Merkel zieht Corona-Krisengipfel vor: Gerüchte über geplanten "Lockdown light"

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Angesichts der steigenden Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus dringt Bundeskanzlerin Merkel nach Zeitungsinformationen auf stärkere Einschränkungen.

Merkel sagte: "Wir wissen, wie wir uns schützen können".

Vor der neuen Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie sorgt der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl mit dem radikalen Vorschlag für einen strengen, aber kurzzeitigen Lockdown für Aufsehen.

In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Appelle für mehr Einheitlichkeit bei den Coronaauflagen gegeben, etwa von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Inzwischen rechnen fast zwei Drittel der Deutschen nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. Die für Freitag angesetzte Ministerpräsidenten-Konferenz, auf der sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie austauschen wollten, wird deshalb vorgezogen.

Der Fernsehsender ntv berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Merkel plane eine drastische Beschränkung der sozialen Kontakte. Nun seien "schnelle und entschlossene Schritte nötig, um diese neue Infektionswelle zu brechen". Die aktuellen Corona-Zahlen zeigen den Grund für die Ungeduld der Kanzlerin auf.

Die Gesundheitsämter hatten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Täglich gibt es neue Höchststände bei den Corona-Neuinfektionen. Ein einwöchiger sogenannter Lockdown (englisch wörtlich für: Ausgangssperre) hätte nach Überzeugung der Landeskultusministerin aber nur einen kurzen, zeitweisen Effekt.

Doch was bedeutet das konkret? Anders als damals sollen im aktuellen Szenario jedoch die Schulen und Kitas geöffnet bleiben.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte in der ARD, bisher habe man regional Maßnahmen bestimmt, wie es zum Infektionsgeschehen passe. Auch hier hieß es, dass die Schulen möglichst offen bleiben sollten. Laut Bild-Informationen plant die Kanzlerin einen "Lockdown Light", der vor allem die Gastronomie und Veranstaltungen betreffen würde.

"Wenn Restaurants dicht gemacht und Veranstaltungen verboten würden, würden einmal mehr insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen der Tourismusbranche grundlos zum Bauernopfer der Pandemiepolitik", erklärte Michael Rabe, Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). "Sollte unsere Branche aus pandemiebedingten Gründen quasi mit einem Berufsverbot belegt werden und damit eine Sonderlast in der Corona-Pandemie tragen, müssen die politisch Verantwortlichen schnell und vollumfänglich für den Schaden aufkommen". Ob auch weitere Kontaktbeschränkungen drohen, blieb zunächst offen. Ein "Lockdown light" steht im Raum.

Schon am Montag soll sich Angela Merkel besorgt an die CDU-Spitzengremien gewandt haben. Mehr noch: Die Situation sei "hochdynamisch" und "dramatisch". Seibert sagte, der Anstieg der akuten Corona-Fälle "führt zu einer in vielerlei Hinsicht ernsten Situation". Beim Treffen von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch steht wieder eine Menge auf dem Spiel. Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt". Nach Informationen des Handelsblatts aus Koalitionskreisen saß Merkel mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), ihrem Wirtschaftsberater Ulf Röller und dem Virologen Christian Drosten zusammen, um weitere Maßnahmen im Kampf gegen Corona zu besprechen.

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