ROUNDUP: Trump verspricht baldiges Pandemie-Ende - Fauci eine 'Katastrophe'

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US-Präsident Donald Trump stellt seinen Anhängern ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie in Aussicht. Kritiker machen Trumps Umgang mit der Pandemie für die verheerende Entwicklung mitverantwortlich. Dass der Trump in der Corona-Krise Ratschläge von Experten oft abtat, brachte dem Präsidenten auch aus den Reihen seiner Republikaner bereits Kritik ein. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf etwa 50.000 pro Tag.

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, sind bislang mehr als 220.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Der Präsident fuhr fort, dass Dr. Fauci, Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (Nationales Institut für Allergie und Infektionskrankheiten), zu kritisieren, dass das amerikanische Volk "des COVID überdrüssig ist".

Wie CNN berichtete, sagte Trump mit Blick auf Fauci: "Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote".

Trumps Parteikollege und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, Lamar Alexander, ließ diese heftigen Worte nicht so stehen.

Bidens Team warf Trump vor, im Wahlkampfendspurt bewusst auf eine gegen wissenschaftliche Erkenntnisse gerichtete Botschaft zu setzen. "Die Leute kaufen Euch das nicht ab, CNN, ihr dummen Bastarde", sagte Trump unter dem Jubel seiner Anhänger.

Fauci hat sich mit direkter Kritik am Präsidenten stets zurückgehalten.

Fauci selbst hatte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders CBS gesagt, dass ihn Trumps jüngste Corona-Infektion nicht überrascht habe. "Herr Präsident, Sie haben in einer Hinsicht Recht: Die Amerikaner haben es satt". "Sie haben es satt, zuzusehen wie noch mehr Amerikaner sterben und mehr ihre Jobs verlieren, weil Sie sich weigern, diese Pandemie ernst zu nehmen". Als er im Fernsehen gesehen habe, dass dort kaum Schutzmaßnahmen beachtet wurden, habe er gedacht: "Es kann nichts Gutes dabei herauskommen".

Donald Trump* attackiert den Top-Immunologen und Regierungsberater Anthony Fauci heftig.

Fauci hatte CBS auch gesagt, dass das Weiße Haus seine Auftritte bei Sendern in der Pandemie kontrolliert habe.

"Ich durfte sicher nicht auf viele, viele, viele Shows gehen, die mich angefragt haben", sagte Fauci.

USA: Donald Trump leugnet Angriff auf Anthony Fauci nicht - "Alles, was ich von Tony verlange". Fauci liebe es, im Fernsehen aufzutreten.

Fauci kritisierte erneut, dass Trumps Wahlkampfteam eine Aussage von ihm ohne Genehmigung und sinnentstellend in einem Wahlwerbespot verwendet habe.

Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Alyssa Farah, sagte dem Sender Fox News am Montag, Fauci sei in zahlreichen Sendungen aufgetreten. Er sei darüber "richtig wütend" gewesen.

Bei einer Wahlkampfkundgebung in Prescott im Staat Arizona legte Trump nach und verhöhnte seinen demokratischen Rivalen Joe Biden für dessen Zusage, sich in der Corona-Pandemie am wissenschaftlichen Rat von Experten orientieren zu wollen.

Die Expertise des Virologen Fauci hat Trump schon öfters in den Wind geschlagen.

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