Impfstoff von Biontech und Pfizer könnte kurz vor Zulassung stehen

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New York. Pfizer-CEO Albert Bourla hat am Freitag den frühest möglichen Termin genannt, zu dem bei der US-Oberbehörde FDA ein Antrag auf vorläufige Zulassung des Impfstoffkandidaten "BNT162b2" unter Notfallbedingungen ("Emergency Use Authorization") eingereicht werden könnte: nämlich in der dritten Novemberwoche.

Der Impfstoff-Kandidat von Pfizer und Biontech gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten im Rennen.

Seit April 2020 forscht sein Unternehmen an dem Impfstoff BNT162b2, der so erfolgreich ist, dass man schon die Massenproduktion begonnen hat, obwohl man noch im Genehmigungsprozess stecke.

Es wäre auch eine gute Nachricht für das Mediziner-Ehepaar Ugur Sahin und Özlem Türeci, die gemeinsam 18 Prozent am Unternehmen halten. Sahin kam mit seinen Eltern im Alter von vier Jahren aus der Türkei. In Deutschland studierte er nach dem Abitur Medizin. Die experimentelle mRNA-Vakzine gegen SARS-CoV-2 wird in Allianz mit dem Mainzer Biotech-Startup BioNTech entwickelt.

Moderna plant ebenfalls, am 25. November eine beschleunigte Zulassung zu beantragen.

Wie Biontech verlautbaren ließ, sein man kurz davor, "dieser Pandemie ein Ende zu bereiten". Anfang des Monats hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA bestätigt, dass der Wirkstoff in dem Rolling-Review-Verfahren für eine Zulassung in Europa geprüft werde. Dabei werden kontinuierlich Daten aus der klinischen Studie übermittelt und ausgewertet. Impfstoffentwicklungen und -zulassungen dauern in der Regel mehrere Jahre. "In jedem Fall werden wir unsere Datensätze entsprechend präsentieren - und die Wirkung und Nebenwirkungen transparent darstellen".

Wie Biontech-Chef Ugur Sahin gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärte, gehe man "langsam auf die Zielgerade zu".

Tatsächlich kaufte Biontech die Produktionsstätte vom Schweizer Pharmaunternehmen Novartis mit 300 hochqualifizierten Mitarbeitern in der hessischen Stadt Marburg, um die Massenproduktion schnell hochzufahren.

Weltweit wird fieberhaft an Impfstoffen gegen das Coronavirus geforscht und US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt angekündigt, dass ein solcher noch vor den Präsidentschaftswahlen am 3. November zur Verfügung stehen könnte. In den kommenden Jahren wird die Produktion auf 750 Millionen Impfdosen pro Jahr erhöht.

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