Chinas Wirtschaft wächst - Wirtschaft

Einstellen Kommentar Drucken

Die chinesische Wirtschaft hat sich im dritten Quartal nach offiziellen Angaben weiter von der Corona-Krise erholt.

Laut Daten des nationalen Statistikbüros in Peking hat Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. Das ist allerdings weniger, als von vielen Analysten vorhergesagt wurde.

Wie das Statistikamt weiter mitteilte, zeigten auch andere wichtige Indikatoren im dritten Quartal allgemeine Verbesserungen: Die Industrieproduktion stieg um 5,8 Prozent und die Einzelhandelsumsätze verzeichneten einen Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Befragung des chinesischen Wirtschaftsmagazins Caixin hatte zudem ein Plus von 5,5 Prozent prognostiziert.

Im ersten Quartal hatte China zum ersten Mal seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen im Jahr 1992 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 6,8 Prozent verzeichnet.

Die Wirtschaft sprang danach wieder an, weil das Land mit strengen Maßnahmen wie der Abriegelung von Millionenstädten, strikter Isolation und Einreisesperren das Virus offenbar schneller unter Kontrolle bringen konnte als andere Staaten. Mit den Lockerungen der Maßnahmen wuchs die Wirtschaft aber bereits im zweiten Quartal wieder um 3,2 Prozent - während andernorts die Konjunktur heftig einbrach. Jedoch reichte China das Ergebnis, um den Einbruch im Frühjahr mehr als auszugleichen.

In den neun Monaten von Januar bis Ende September ist die Wirtschaft den Angaben zufolge um 0,7 Prozent gewachsen. Damit ist China die einzige große Volkswirtschaft, die dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum ausweisen wird. Sie bemüht sich zugleich, die Exportlastigkeit des Wirtschaftsmodells zu verringern und die Potenziale der Binnenwirtschaft zu heben.

Neben umfangreicher Konjunkturhilfen profitierte Chinas Wirtschaft zuletzt auch wieder von einem erstarkten Außenhandel.

Der Internationale Währungsfonds erwartet für dieses Jahr ein Wachstum der chinesischen Wirtschaftsleistung von 1,9 Prozent. Und die Industrieproduktion zog um 6,9 Prozent an und somit ebenfalls kräftiger als im August mit damals 5,6 Prozent. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft seien im September im Vorjahresvergleich um 9,9% gestiegen, wie die Pekinger Zollverwaltung vergangene Woche mitgeteilt habe. Die Importe hatten demnach im gleichen Zeitraum um 13,2 Prozent zugelegt.

Der September wies überdies eine zunehmende Wirtschaftsdynamik in weiteren Bereichen auf: So stiegen die Einzelhandelsumsätze zum Vorjahr um 3,3 Prozent, nachdem es im August nur um magere 0,5 Prozent nach obengegangen war. Dabei schrumpfte das BIP im ersten Halbjahr um 8,7 Prozent.

In China war das Coronavirus im Dezember 2019 zuerst aufgetaucht und hatte sich dann weltweit ausgebreitet. Ökonom Shimamine befürchtet allerdings, dass der chinesischen Wirtschaft von außen neuer Schaden drohen könnte. Die guten Vorzeichen aus Asien dürften damit auch den Börsen in den USA und Europa positive Impulse verleihen.

Comments