Townhall-Duell: Biden schlägt Trump im US-Fernsehen

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In einem seiner angriffslustigsten Momente der Nacht weigerte sich Trump, QAnon zu kritisieren, die gefährlichen und unbegründeten Verschwörungstheorien, die den Präsidenten als Kreuzritter gegen einen schattigen Kult satananbetender Demokraten darstellen, die Menschenhandel mit Kindern betreiben. Ein Porträt des US-Präsidenten lesen Sie hier. Der 74-Jährige beschuldigte seinen Rivalen und dessen Familie, reich geworden zu sein, "während Amerika ausgeraubt wurde". Joe Biden trat bei ABC News in Philadelphia auf, moderiert hat George Stephanopoulos, der ehemalige Kommunikationsdirektor des Präsidentschaftskandidaten Bill Clinton im Wahlkampf 1992.

US-Präsident Donald Trump setzt unter dem Druck absackender Umfragewerte auf schärfere Verbalattacken auf die Familie seines Rivalen Joe Biden. Daher dürfte diese Nachricht so gar nicht nach seinem Geschmack sein: Bei dem direkten Duell zwischen ihm und seinem Herausforderer Joe Biden zog Donald Trump am Donnerstagabend aus Quotensicht den Kürzeren.

Trump dagegen behauptete erneut, die USA hätten bereits das Schlimmste überstanden. Trump erhebt seit langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Vizepräsident Biden und gegen dessen Sohn Hunter, die nun von der Boulevardzeitung "New York Post" befeuert wurden. Das Blatt veröffentlichte E-Mails, die belegen sollten, dass Hunter Biden damals versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident zu schlagen.

Die Zeitung versuchte in Artikeln in den vergangenen Tagen, Joe Biden mit früheren Geschäften seines Sohnes Hunter Biden in der Ukraine und in China in Verbindung zu bringen. Joe Biden bestreitet, dass er sich etwas zuschulden habe kommen lassen. Fragwürdig ist auch, wie sie öffentlich wurden.

Für Ärger sorgte auch, dass die Artikel der "New York Post" im Zusammenhang mit den Schmutz-Infos nicht auf Twitter gepostet werden konnte. Die "New York Post" bekam nach eigenen Angaben am vergangenen Wochenende eine Kopie der Festplatte von Rudy Giuliani, dem langjährigen persönlichen Anwalt und engen Vertrauten von Trump.

Die Kopie sei vom Besitzer der Reparaturwerkstatt angefertigt worden, bevor das Laptop im Dezember 2019 von der Bundespolizei FBI beschlagnahmt worden sei, berichtete die Zeitung. Trump bezichtigte Biden unter anderem, sein Amt als Vizepräsident genutzt zu haben, um zu versuchen, seinen Sohn vor der ukrainischen Justiz zu schützen. Der Konflikt brachte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ins Rollen, das im Februar an der republikanischen Mehrheit im Senat scheiterte.

Die Zeitung berichtete weiter, der nationale Sicherheitsberater Robert O'Brien habe Trump gewarnt, dass Giulianis Informationen von Russland gefälscht seien - Trump aber habe diese Warnung in den Wind geschlagen. Wegen des komplizierten Wahlsystems sind diese aber mit Vorsicht zu genießen. "Ich werde sagen, ich habe gegen den schlechtesten Kandidaten in der Geschichte der Politik verloren", sagte Trump zu lautem Gelächter aus dem Publikum. Trumps Amtszeit habe gezeigt, dass er nicht in der Lage sei, die dringlichsten Probleme des Landes zu lösen, weil er selbst das dringlichste Problem des Landes sei. Er sei ein "rassistischer Demagoge", ein "Isolationist" und ein "ewiger Showman".

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