Neuseeland: Absolute Mehrheit für Ministerpräsidentin Ardern - Brennpunkte

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Die führende Oppositionspartei, die konservative Nationalpartei, kam nur auf 27 Prozent.

Die 40-Jährige ist aller Voraussicht nach nicht mehr auf Regierungspartner angewiesen und könnte die von ihr versprochene Umgestaltung vorantreiben.

Ardern regiert bisher eine Koalition aus Labour, den Grünen und der populistischen Kleinpartei New Zealand First, die für ihre einwanderungsfeindlichen Positionen bekannt ist. Das hat es in Neuseeland seit Einführung des derzeit gültigen Wahlrechts im Jahr 1996 noch nie gegeben. Dies entspräche 34 Sitzen im Parlament und wäre das schlechteste Ergebnis der Partei seit fast 20 Jahren. Ein Mandat für den deutlichen Ausbau ihrer ohnehin schon progressiveren Politik.

Die Labour-Partei übertraf damit noch die Ergebnisse der Umfragen vor der Wahl und wird voraussichtlich als erste neuseeländische Partei seit Jahrzehnten die absolute Mehrheit erringen.

Auch die Grünen gratulierten zum Wahlsieg. - Ardern hatte die Wahl zur Covid-Abstimmung erklärt und auf ihre Pandemie-Bilanz verwiesen: Bei rund fünf Millionen Einwohnern verzeichnet Neuseeland nur 25 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Als Grund gilt die Kombination aus strikten Grenzkontrollen und vielen Corona-Tests. Den Tränen nahe wandte sie sich am späten Samstagabend an ihre Anhänger, sichtlich gerührt von der enormen Unterstützung, die sie und ihre Labourpartei an der Wahlurne erfahren hatten. "Es besteht kein Zweifel, dass die starke, großartige Führung von Jacinda Ardern ein wesentlicher Faktor bei all dem war", sagte sie der Zeitung "NZ".

Die nächsten Jahre würden nicht einfach werden, sagte Ardern am Samstag mit Blick auf die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Wegen ihrer empathischen Art und ihres erfolgreichen Krisenmanagements machte sich die Politikerin schnell auch international einen Namen.

Ardern sah sich während ihrer ersten Amtszeit aber auch Kritik ausgesetzt, weil sie zentrale Wahlversprechen wie die Erschwinglichkeit von Wohnraum und die Bekämpfung von Kinderarmut nicht umsetzte.

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