Infektionszahlen steigen: Baden-Württemberg ruft höchste Corona-Alarmstufe aus

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In Stuttgart war dieser Wert mit 82,9 am höchsten.

Bislang galt die Maskenpflicht ab Klasse 5 und an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg lediglich auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten.

Telemedizin: Um Kontakte in Arztpraxen zu vermeiden, sollen telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten (auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen) ausgeweitet werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag an, dass die Bürger damit rechnen müssten, dass spätestens am Montag die dritte Pandemiestufe ausgerufen werde. Entscheidend für die Einstufung dabei ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz. Im Unterricht der weiterführenden Schulen gilt ab sofort eine Maskenpflicht. "Denn wir müssen jetzt alles tun, um den kritischen Trend schnellstmöglich wieder zu stoppen und das Ruder herumzureissen". Die beginnt insbesondere dann, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche die Grenze von 35 überschreitet. Sie gilt vor allem ab einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Fällen auf 100 000 Einwohner. Man könne die Dynamik nur dann brechen, wenn man die Kontakte um die Hälfte reduziere.

Kretschmann hatte die Ausrufung der dritten und höchsten Stufe bereits am Freitag in Aussicht gestellt. Um das Virus einzudämmen, stehen nun weitere Einschränkungen bevor.

Die Landesregierung hatte im September ein dreistufiges Alarm-System im Kampf gegen eine zweite Corona-Welle eingeführt. Aber auch andere Faktoren spielen bei der Bewertung eine Rolle, etwa die absoluten Infektionszahlen, die Zahl der Tests oder der Reproduktionswert (R-Wert)*, der angibt, wie viele Menschen ein Erkrankter im Schnitt mit dem Virus ansteckt.

Vergangene Woche wurde die "Anstiegsphase" ausgerufen, in der Ausbrüche zunehmen, Landkreisgrenzen überschreiten und zunehmend nicht mehr nachzuvollziehen sind.

Die dritte, kritische Phase beinhaltet weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens - unter anderem die landesweite Maskenpflicht im Unterricht. Dann besteht ein starker, möglicherweise exponentieller Anstieg der Fallzahlen mit diffusen, häufig nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten. Davon war am Samstag zunächst keine Rede.

Zwar sei der Anteil schwerer Verläufe und die Auslastung der Krankenhäuser vergleichsweise gering, teilte das Staatsministerium mit. Außerdem falle es den örtlichen Gesundheitsbehörden zunehmend schwer, alle Kontaktpersonen von Neuinfizierten zu ermitteln. Diese Stufe 2 wurde begleitet von verschärften Kontrollen und Appellen. "Das muss jedem klar sein: Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härter Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen".

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