Daimler schlägt sich besser als gedacht

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Im zweiten Quartal hatte Corona noch für tiefrote Zahlen bei Daimler gesorgt, nun überrascht der Autobauer mit Zahlen weit über den Erwartungen. Bisher geht Daimler davon aus, bei Absatz, Umsatz und Vorsteuerergebnis unter den Vorjahreswerten zu landen - weitere wirtschaftliche Erholung und das Ausbleiben einer weiteren größeren Infektionswelle in den wichtigsten Märkten schon eingepreist. Dazu wirkten sich die strikte Disziplin bei den Kosten und die übrigen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz aus. "Wir erwarten, dass diese positive Dynamik auch im vierten Quartal anhält", sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm, verwies aber auf das traditionell verhaltene Geschäft zum Jahresschluss. Gleichzeitig habe man die Chancen genutzt, die sich aus der Erholung der Märkte ergeben hätten.

Angesichts der Entwicklung des dritten Quartals erwartet Daimler auch für den Rest des Jahres einen positiven Effekt, allerdings unter Berücksichtigung der üblichen saisonalen Entwicklung am Geschäftsjahresende.

Stuttgart - Der Autobauer Daimler hat sich im dritten Quartal deutlich besser geschlagen als erwartet. Soll heißen: Dass es mit allen Zahlen einfach weiter steil bergauf geht, darf man nun auch nicht erwarten.

Die Daimler-Aktie legt im frühen Handel um mehr als vier Prozent zu. Seit dem Tief im März hat sich der Aktienwert mehr als verdoppelt. "Der chinesische Markt hat sich nach dem Lockdown schnell wieder erholt, auch steigt die Nachfrage in anderen Märkten wieder deutlich an - all das hat zu diesem Ergebnis wesentlich beigetragen", sagte er. Nicht Wachstum um des Wachstums willen sei das Gebot der Stunde, so betonte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius in dieser Woche in einer Journalistenrunde, sondern profitables Wachstum. Der schwedische Lkw-Bauer Volvo, der mit Daimlers Nutzfahrzeugsparte konkurriert, litt trotz eines Gewinnrückgangs im dritten Quartal nicht so stark unter der Krise, wie Branchenexperten befürchtet hatten.

Die Resultate des dritten Quartals reflektieren eine sehr starke Leistung und beweisen dass wir bei der Absenkung der Gewinnschwelle auf dem richtigen Weg sind sagt Finanzvorstand Harald Wilhelm

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte Källenius sein ohnehin geplantes Sparprogramm nochmals verschärft, um in der Krise das Geld zusammenzuhalten. Auch langfristig soll die Gewinnschwelle deutlich nach unten gebracht werden - auch mit Einschnitten beim Personal.

Als kurzfristige Reaktion auf die Corona-Pandemie wird in bestimmten Bereichen vorübergehend weniger gearbeitet. Das sogenannte tarifliche Zusatzgeld wird automatisch in freie Tage umgewandelt.

Källenius schraubt zudem auch weiter an der Strategie, will den Fokus komplett auf Elektroautos und zudem stärker auf Luxus und die jeweils oberen Enden der Segmente lenken, wo mehr Geld pro Auto zu verdienen ist.

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