Japan will verseuchtes Fukushima-Wasser ins Meer leiten

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Die japanische Regierung hat entschieden, dass verstrahltes Wasser aus dem Atomkraftwerk von Fukushima ins Meer abgelassen werden darf.

Wie japanische Medien am Freitag berichteten, könnte nach siebenjähriger Debatte darüber, was mit dem in riesigen Tanks gelagerten Wasser geschehen soll, noch in diesem Monat eine Entscheidung fallen. Das Ablassen des kontaminierten Wassers soll frühestens im übernächsten Jahr beginnen. Zum Sinnbild der Katastrophe aber wurde der Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, auch wenn dadurch niemand direkt ums Leben kam. Wegen der radioaktiven Strahlung von Kernschmelzen in drei der Reaktoren mussten rund 160.000 Anwohner damals fliehen. Inzwischen gilt die Lage in der Atomruine Fukushima als stabil. Es stammt aus verschiedenen Quellen - Wasser, das zur Kühlung der Anlage verwendet wird, sowie Grund- und Regenwasser, das täglich in die Anlage sickert. Tokio Electric hatte erklärt, 2022 werde es keine Lagerkapazitäten mehr haben.

Laut Experten ist Tritium für den Menschen nur in sehr hohen Dosen schädlich. Ein Expertengremium hatte der Regierung zu Jahresbeginn vorgeschlagen, das radioaktiv verseuchte Wasser ins Meer zu leiten.

Die vom Industrieministerium einberufenen Experten nannten dies eine sichere Methode, die auch bei normalen Atomreaktoren angewendet werde. Der Plan stößt jedoch auf großen Widerstand örtlicher Fischer und Landwirte.

Tepco und die Regierung schätzen, dass sie rund 40 Jahre brauchen werden, um die Schäden des Atomunglücks zu beheben.

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