USA: Trump erklärt Verhandlungen über neues Corona-Hilfspaket für gescheitert

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Die Corona-Pandemie hat die USA in die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gestürzt, doch weitere Unterstützung durch den Staat gibt es vorerst nicht.

Trump warf Pelosi jetzt vor, sie wolle lediglich von den Demokraten "schlecht regierte" Bundesstaaten mit hohen Kriminalitätsraten finanziell sanieren. Seine Seite habe ein Paket in Höhe von 1,6 Billionen US-Dollar vorgeschlagen.

Den Republikanern, die das Weiße Haus und den Senat kontrollieren, schwebt eine kleinere Konjunkturspritze vor. Die Trump-Regierung hat das als "unseriös" bezeichnet, aber ihr Angebot zuletzt auf fast 1,6 Billionen Dollar erhöht.

Trump schrieb auf Twitter weiter, er werde die Präsidentschaftswahl am 3. November gewinnen - und unmittelbar danach ein neues Konjunkturpaket auflegen. In Umfragen liegt der Amtsinhaber derzeit allerdings hinter seinem Herausforderer Joe Biden von den Demokraten.

Die Verhandlungsführerin der Demokraten, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, sei nicht kompromissbereit gewesen, klagte Trump am Dienstag auf Twitter. Er zeige damit sein "wahres Gesicht" und stelle seine politischen Interessen über jene des Landes. Trump wolle Steuererleichterungen für die Wohlhabendsten bewahren, "während er sich weigert, echte Hilfe für arme Kinder, Arbeitslose und Amerikas hart arbeitende Familien zu gewähren", sagte Pelosi weiter.

Der US-Kongress hat seit März bereits Konjunkturpakete mit einem Volumen von rund drei Billionen Dollar auf den Weg gebracht, was mehr als zehn Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht.

Vorgesehen war bei dem neuen Hilfsprogramm unter anderem eine wöchentliche Arbeitslosenunterstützung von 400 Dollar.

Experten halten zusätzliche Finanzhilfen für dringend notwendig. In einer ersten Reaktion reagierte die Wirtschaft verschreckt.

Die Chefin des Notenbank-Bezirks Cleveland, Loretta Mester (61), zeigte sich enttäuscht. Nur Stunden vor Trumps Entscheidung sprach sich US-Notenbankchef Jerome Powell nachdrücklich dafür aus. Das vorläufige Ende der Gespräche dürfte dazu führen, dass sich die Konjunktur deutlich langsamer erholt als ursprünglich erwartet, sagte Mester dem Sender "CNBC".

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