Regierung: Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny

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Laut OPCW-Bericht vom Dienstag sei man von Deutschland gebeten worden, in der Sache unterstützend tätig zu werden und habe Berlin das Ergebnis am Montag übermittelt. Es sei wichtig für alle Unterzeichnerstaaten, sich an diese von ihnen selbst geschaffene Norm zu halten; die OPCW wolle dabei gern Unterstützung leisten.

Kremlgegner Nawalny wurde mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet - das hat nun die Organisation für das Verbot chemischer Waffen bestätigt.

Damit bestätige sich "der zweifelsfreie Nachweis, dass Alexej Nawalny Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe geworden ist", teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, mit. Nach Auffassung von Spezialisten und der Bundesregierung ist er einem Gift der Nowitschok-Gruppe ausgesetzt worden, die als ein international geächteter Kampfstoff eingestuft wird. Sie forderte Russland erneut auf, die Umstände des Anschlags aufzuklären.

Die Bundesregierung prüfe derzeit den detaillierten Fachbericht der Organisation, so Seibert weiter. Über die nächsten Schritte werde es in den kommenden Tagen im Exekutivrat der Kontrollbehörde und im Kreis der EU-Partner einen engen Austausch geben.

Die Bundesregierung äußerte zu den Ergebnissen, jeder Einsatz von Chemiewaffen sei "ein gravierender Vorgang und kann nicht ohne Konsequenzen bleiben".

Nawalny war am 20. August auf einem russischen Inlandsflug zusammengebrochen und nach einer Notlandung zunächst im sibirischen Omsk behandelt worden.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen sich bei ihrem nächsten Gipfel in der kommenden Woche erneut mit dem Fall befassen.

Nawalny erholt sich nach eigenen Angaben zunehmend von dem gegen ihn verübten Giftanschlag. Seine Ärzte seien überrascht von den Fortschritten, die er mache, sagte der 44-Jährige in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit einem russischen YouTube-Blogger.

Lediglich Russland behauptet weiterhin, Nawalny habe das Land am 22. August unvergiftet in Richtung Deutschland verlassen. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er habe aber gedacht, er werde sterben.

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