Herbert Feuerstein ist tot: Erfinder von "Schmidteinander" stirbt mit 83 Jahren

Einstellen Kommentar Drucken

Es war eine Begegnung mit Folgen: Von 1990 bis 1994 führten die beiden erst im WDR Fernsehen, dann im Ersten durch die Satire- und Comedy-Sendung "Schmidteinander".

Der gebürtige Österreicher (geboren 1937 in Zell am See) hatte nach eigener Aussage eine alles andere als spaßige Jugend. Der katholisch und "ohne Nestwärme" Erzogene nannte sich später einen "total gläubigen Atheisten". Sein Vater sei ein bekennender Nazi, seine Mutter eine sehr intensive, hysterische Frau gewesen, meinte er einmal über seine Eltern und erläuterte, dass Blödsinn für ihn deshalb eine Form der Opposition gewesen sei. Am Salzburger Mozarteum hatte er zunächst Musik studiert, wechselte nach kurzer Zeit in den Journalismus.

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt über den Tod des Kabarettisten: "Wir bedanken uns bei Herbert Feuerstein nicht nur für 'Schmidteinander', eine Kult-Show, die Fernsehgeschichte geschrieben hat und vieles verändert hat". 20 Jahre lang war er Macher und Chefredakteur des deutschen MAD-Magazins, er steigerte die Auflage von 10.000 auf 400.000 Exemplare, und er erfand wegweisende Comic-Vokabeln wie "Hechel", "Ächz" und "Würg".

Im Jahr 1960 siedelte Herbert Feuerstein mit seiner Lebenspartnerin, der Hawaiianerin Pearl Higa, nach New York, im selben Jahr heirateten Feuerstein und Higa. Seit 1992 war er als freier Autor und Entertainer für Hörfunk und Fernsehen tätig.

Video: F.A.Z., Nina-Yvonne Michalk, Bild: F.A.Z. Ab 22.15 Uhr ist der Film "Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf". Auf seine erste eigene Sendung - "Wild am Sonntag", ausgestrahlt im Ersten - folgte 1990 die Ratesendung "Pssst.". Der Autor, Journalist und Entertainer wurde durch Sendungen wie "Pssst." und "Schmidteinander" berühmt.

Nach dem Scheitern seiner ersten Ehe kehrte Feuerstein 1969 nach Europa zurück. Ausgezeichnet wurde Feuerstein mit dem Grimme-Preis, einem Bambi und dem Comedy-Ehrenpreis.

Auch wenn meistens auf "Schmidteinander" angesprochen wurde, Feuerstein hat noch vieles andere gemacht.

Sein Debüt als Theaterschauspieler gab Feuerstein 1998 in Berlin. In "Feuersteins Reisen" berichtete er von Reisen in die verschiedensten Weltregionen in der Rolle des skurrilen Weltenbummlers, der ohne viel Vorwissen unvoreingenommene Neugier zeigte. Ebenfalls 1995 übernahm Feuerstein eine Episodenrolle im Special "Entführung aus der Lindenstraße", einer Krimikomödie zum zehnjährigen Bestehen der Reihe. Er mimte dabei den fanatischen "Lindenstraßen"-Anhänger Detlef Hase, der Mutter Beimer entführt, um den angedrohten Stopp der Serie zu verhindern".

Comments