Daimler will führender E-Autobauer werden

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Gleichzeitig müssen aber auch die Kosten runter. Daimler kündigte vier neue Elektrofahrzeuge an.

Die Corona-Krise sorgt für tiefrote Zahlen bei Daimler und zwingt den Autobauer zur Verschärfung seines ohnehin geplanten Sparkurses. Die Pandemie hat den Autoabsatz dieses Jahr einbrechen lassen, die Transformation von Verbrenner- zu Elektromotoren beschleunigt - und das alte Geschäftsmodell mehr denn je infrage gestellt.

Daimler wird von Investorenseite vorgeworfen, sich zu sehr auf den Erfolgen der zurückliegenden Jahre ausgeruht und wichtige Weichenstellungen vor allem für den Umstieg auf die E-Mobilität verschlafen zu haben. Die derzeitige Krise sei deshalb - abgesehen von den Folgen der Corona-Pandemie - hausgemacht.

Im zweiten Quartal fuhr der Konzern rund zwei Milliarden Euro Verlust ein.

Nun reagiert Daimler, geht in die Offensive - und will der E-Mobilität künftig alle anderen Antriebstechniken unterordnen.

Daimler-Chef Ola Källenius wusste, dass er den Investoren bei der heutigen Konferenz einiges bieten musste: Erst kamen die frischen Daimler-Absatzzahlen, dann neue Renditeziele und die Vision, in den kommenden Jahren "die führende Position" bei Elektroantrieben und Auto-Software einzunehmen.

Zusätzlich will das Unternehmen Autos der Luxus-Nischenmarken Maybach, AMG und G in elektrifizierter Form auf den Markt werfen. Daher wird mit Spannung erwartet, was Vorstandschef Källenius bei einer Investorenkonferenz ankündigen wird. Die Fixkosten durch Kapazitätsanpassungen und geringere Personalkosten will der Konzern ebenfalls um mehr als 20% gegenüber den Ist-Werten von 2019 runterfahren. Das zeigt, wie angespannt die Lage auch finanziell ist. Die Fokussierung auf die E-Mobilität sei richtig: "Diesel- und Benzinmotoren waren die Autowelt des letzten Jahrhunderts - Daimler muss sich schnell von ihnen verabschieden". Bis 2025 sollen die festen Kosten um mehr als 20 Prozent im Vergleich zu 2019 runter. Standortübergreifend war zuletzt der Abbau von 10.000 bis 15.000 der weltweit rund 300.000 Stellen kolportiert worden. "Bis 2025 strebt die Mercedes-Benz AG eine Umsatzrendite im mittleren bis hohen einstelligen Prozent-Bereich an, die sogar unter ungünstigen Bedingungen erreicht werden soll", teilte das Unternehmen weiter mit. Die Zahlen kommentierte der Autobauer bisher nicht. Dabei will sich Mercedes darauf konzentrieren, die Reichweite des Elektroantriebs zu steigern und ihn kostengünstiger zu machen.

Im dritten Quartal veräußerte das Stuttgarter Unternehmen 625.675 Autos der Marken Mercedes-Benz und Smart - das waren sogar 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum zwischen Juli und September. Wenn es gut läuft, soll die Marge in den zweistelligen Bereich und damit in alte Höhen steigen.

Die Umsatzrendite ist Maßstab für die Profitabilität eines Unternehmens; je höher die Prozentzahl ist, desto mehr Gewinn holt das Unternehmen aus jedem Euro Umsatz heraus. Die Verkäufe an Endkunden in der Region Nordamerika beliefen sich seit Jahresbeginn auf 228.397 Einheiten (-13,9 Prozent).

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