Chemie-Nobelpreis an Erfinderinnen der Genschere CRISPR/Cas9

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Eine von ihnen forscht in Deutschland. Wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm bekannt gab, erhalten sie die heuer mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) dotierte Auszeichnung "für die Entwicklung einer Methode zur Bearbeitung des Genoms" - konkret die Genschere CRISPR/Cas9.

Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna machten eines der schärfsten Werkzeuge der Gentechnologie nutzbar: Crispr/Cas9-Genscheren. Mit ihr könnten Forscher die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen mit höchster Präzision verändern. "Diese Technologie hat einen revolutionären Einfluss auf die Biowissenschaften gehabt, sie trägt zu neuen Krebstherapien bei und könnte den Traum von der Heilung von Erbkrankheiten wahr werden lassen". Im Vorjahr war es noch eine Million Kronen weniger gewesen. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Crispr/Cas9 sei ein enormes Werkzeug, das nicht nur die Grundlagenforschung revolutioniert habe, sondern auch zu grundlegend neuen medizinischen Behandlungen führen werde, sagte Claes Gustafsson, der Vorstand des Nobelkomitees für Chemie. Unter den Preisträgern waren bislang fünf Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckt hatte. Sie hatten maßgeblich zur Entdeckung des Hepatitis-C-Virus beigetragen.

Zusammen mit ihnen wird der Brite Roger Penrose ausgezeichnet. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Nobelpreisträgers für Literatur und am Freitag desjenigen für Frieden.

Chemie-Nobelpreis an Erfinderinnen der Genschere CRISPR/Cas9

Im vergangenen Jahr teilten sich John Goodenough (USA), Stanley Whittingham (Großbritannien) und Akira Yoshino (Japan) den Chemie-Nobelpreis. Sie hatten wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien entwickelt, die in zahlreichen Produkten wie Mobiltelefonen, Laptops und Elektro-Fahrzeugen eingesetzt werden.

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