Neue Spur im Fall der Estonia - Panorama

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Eine neue Dokumentation des schwedischen Filmemachers Henrik Evertsson wirft Fragen zur möglichen Unglücksursache auf - und Schweden, Finnland und Estland ziehen eine erneute Untersuchung in Betracht.

Dokumentarfilmer hatten mit Hilfe eines Tauchroboters ein vier Meter großes Loch im Wrack der 1994 gesunkenen "Estonia" gefunden.

Der Untergang der "Estonia" gilt bis heute als das schwerste europäische Schiffsunglück nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zuerst hatte die schwedische Zeitung "Aftonbladet" darüber berichtet, dass sich die Havariekommission die neuen Erkenntnisse zum Loch im Rumpf des "Estonia"-Wracks anschaue". Die "Estonia" war in der Nacht zum 28. September 1994 mit 989 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der Südküste Finnlands gesunken. Ursache und Verantwortlichkeit können bis heute nicht einwandfrei geklärt werden. Dementsprechend löst der neue Fund, der vielleicht alle bisherigen Erklärungsansätze zunichtemacht, Aufregung aus. Das Loch lag unter der Wasserlinie, als die Fähre in See stach.

Bild zu MS Estonia

Die Streamingplattform Dplay hatte die fünfteilige Dokumentationsserie mit dem Titel "Estonia - fyndet som ändrar allt" (Estonia - Der Fund, der alles verändert) bereitgestellt.

Estland Regierungschef Jüri Ratas sprach angesichts der neuen Unterwasseraufnahmen von bedeutenden neuen Informationen, die zuvor nicht erörtert worden seien und eine klare Antwort erforderten.

Eine gemeinsame Erklärung der Außenminister Estlands, Finnlands und Schwedens klang etwas zurückhaltender: Die neuen Informationen seien zur Kenntnis genommen worden und würden nun ausgewertet. Bereits in der vergangenen Woche hatte Ratas seinen schwedischen Amtskollegen Stefan Löfven getroffen und über den neuen Fund am Wrack gesprochen, bestätigt Stockholm. Am Mittwoch gab Lövfen bekannt, man schließe neue Tauchgänge nicht mehr aus.

Die bis dato am meisten vertretene Theorie für die Katastrophe ist, dass das Bugvisier der Fähre wegen des hohen Seegangs abgebrochen war, das Schiff extrem schnell mit Wasser volllief und in der Ostsee unterging. Das Loch verändere alle bisherigen Theorien, sagte er. "Es geht also um ein Fahrzeug, und alles deutet darauf hin, dass es ein militärisches Fahrzeug war", sagt er. Auf diesem Videoausschnitt soll der bisher unbekannte Schaden zu erkennen sein. Olle Rutgarsson, Professor im Ruhestand für Schiffstechnik, hat dahingegen Zweifel: "Ich finde nicht, dass das Loch wie ein Kollisionsschaden aussieht", sagt er. "Dass Erste, an was ich denke, ist, dass was passiert ist, als das Schiff auf den Meeresgrund schlug".

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