Flüchtlingskinder: Migranten aus Moria in Hannover gelandet

Einstellen Kommentar Drucken

139 Geflüchtete aus griechischen Lagern sind mit dem Flugzeug in Hannover gelandet. An Bord des Fluges waren laut Ministerium 51 unbegleitete minderjährige Migranten aus Moria, die auf mehrere Bundesländer verteilt werden sollen. Deutschland wird davon bis zu 150 aufnehmen - zu dieser Gruppe gehören die oben genannten 51 Minderjährigen.

Darüber hinaus hatte die Bundesregierung entschieden, weitere 1553 Familienangehörige von den griechischen Inseln aufzunehmen, die nach einer Entscheidung der griechischen Regierung schutzberechtigt sind. Zum einen hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer im März beschlossen, im Rahmen einer europäischen Hilfsaktion 243 kranke Kinder mit ihren Familien aus Griechenland aufzunehmen. Insgesamt 400 Minderjährige wurden nach dem Feuer auf das griechische Festland gebracht.

Die Migranten waren am Mittwoch in Hannover gelandet und sind nun schon auf dem Weg nach Baden-Württemberg. Die Aufnahme dieser Menschen solle zeitnah beginnen, teilte das Innenministerium mit. Grundlage ist ein gemeinsames Bund-Länder-Konzept, das in Abstimmung mit allen Ländern entwickelt wurde. Dabei würden auch Kriterien wie etwa familiäre Bindungen und besondere medizinische Bedarfe berücksichtigt, hieß es. Vater, Mutter und die drei Kinder im Alter von zehn, acht und sieben Jahren wurden von Außenminister Jean Asselborn (LSAP) persönlich in Empfang genommen. Unter ihnen sind zwei Mädchen und neun Jungen. "Sie sind allein ohne ihre Eltern auf der Flucht und hatten bislang nicht die geringste Chance auf ein kindgerechtes Leben, von Zukunftschancen ganz zu schweigen", sagte Sozialstaatssekretär Heiger Scholz. Deutschland hat die Aufnahme von Minderjährigen zugesagt, die aus dem früheren Lager auf das griechische Festland gebracht wurden. Merkel appellierte in ihrer Rede an die EU-Mitgliedstaaten, beim angestrebten EU-Asyl- und Migrationspakt zu einem Kompromiss zu finden.

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche ihre Pläne für ein gemeinsames europäisches Asylsystem vorgelegt, nachdem ein erster Anlauf 2016 gescheitert war.

Drei Wochen nach dem verheerenden Brand des Flüchtlingscamps Moria in Griechenland sind die ersten Flüchtlinge von dort in Deutschland angekommen.

Moria dürfe sich nicht wiederholen, hieß es derweil in einem Appell, den Bundestagsabgeordnete, Kommunalpolitiker sowie Vertreter von evangelischer Kirche und Hilfsorganisationen am Mittwoch verbreiteten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2020 um 13:00 Uhr.

Comments