Belarusse Bjaljazki erhält alternativen Nobelpreis | BR24

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Zudem erhielten Vertreter der indigenen Völker in Brasilien, eine Frauenrechtsanwältin aus China sowie eine Menschenrechtsaktivistin aus der Westsahara den Alternativen Nobelpreis. All das hat die 57-Jährige mehrmals ins Gefängnis gebracht, dort sitzt sie auch heute: Im März 2019 war sie unter anderem wegen "Schürens von Korruption und Prostitution" zu mehr als drei Jahrzehnten Haft und fast 150 Peitschenhieben verurteilt worden.

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat letztes Jahr den Alternativen Nobelpreis bekommen.

Bjaljazki reagierte auf die Zuerkennung mit einem von der Right-Livelihood-Stiftung veröffentlichten Statement.

ALES BELJAZKI und sein Menschenrechtszentrum WESNA (Belarus): Die Lage in Belarus (Weißrussland) und die Proteste gegen den autoritären Machthaber Alexander Lukaschenko werden von der Welt seit Wochen genau verfolgt.

Die Right Livelihood Awards wurden 1979 von dem deutsch-schwedischen Briefmarkensammler von Uexküll ins Leben gerufen und 1980 erstmals vergeben. Im Vorjahr ging der Preis unter anderem an die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg.

Damit zeichnet die Right-Livelihood-Stiftung alljährlich im Vorfeld der eigentlichen Nobelpreis-Bekanntgaben Persönlichkeiten aus, die sich ganz besonders stark für Menschenrechte, die Umwelt und Frieden einsetzen. Mit den auf den Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurückgehenden Nobelpreisen, deren Preisträger vom 5. Oktober an in Stockholm und Oslo verkündet werden, hat die Auszeichnung nichts zu tun. Sie eine aber der Kampf für Gleichberechtigung, Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit, sagte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll bei der Preisbekanntgabe. "Es ist höchste Zeit, dass wir alle, die weltweit an die Demokratie glauben, aufstehen und einander unterstützen".

Die iranische Anwältin und Unterstützerin von politisch Verfolgten, Nasrin Sotudeh, befindet sich derzeit wegen ihres hartnäckigen Widerstands gegen das repressive Rechtssystem im Iran im Gefängnis.

Die Anwältin hatte unter anderem Frauen vertreten, die gegen die Kopftuchpflicht im Iran protestierten.

Während der pro-demokratischen Proteste im Fahrwasser der so offensichtlich manipulierten Präsidentschaftswahlen im August engagierte sich "Wjasna" für die Forderungen nach Versammlungsfreiheit, die Verteidigung der Rechte derjenigen, die wegen der Proteste verhaftet wurden, und die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen. "Die Auszeichnung mit dem Alternativen Nobelpreis macht deutlich, dass die internationalen Proteste gegen die willkürliche Inhaftierung von Nasrin Sotudeh nicht verstummen werden", erklärte der Bund, der die Iranerin erst kürzlich mit seinem Menschenrechtspreis ausgezeichnet hatte.

BRYAN STEVENSON (USA) - Immer wiederkehrende Fälle übermäßiger Polizeigewalt und die Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter haben die Rassismusdebatte in den USA in diesem Sommer abermals hochkochen lassen. Das Geld ist für die Unterstützung der Arbeit der Preisträger gedacht und nicht zur persönlichen Verwendung. Vor diesem Hintergrund kämpft Cunningham trotz regelmäßiger Einschüchterungsversuche dafür, dass Indigene in Nicaragua ihr Land und die damit verbundenen Ressourcen behalten dürfen und besser vor Ausbeutung geschützt sind.

Die vier von einer internationalen Jury ausgewählten Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld von einer Million Schwedenkronen (94.928 Euro).

Sotudeh, Stevenson, Cunningham sowie Beljazki und Wesna sollen nach Stiftungsangaben am 3. Dezember im Rahmen einer Preisverleihung gewürdigt werden, die diesmal wegen der Corona-Pandemie virtuell stattfinden soll.

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