Sanierer von der Deutschen Bank wird neuer Commerzbank-Chef

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Der bisherige Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof wird neuer Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

Das bestätigte eine Sprecherin des Frankfurter Dax-Konzerns am Montag.

Anfang Juli hatte Konzernchef Zielke nach scharfer Kritik von Investoren seinen Rücktritt spätestens zum Jahresende angekündigt - und der damalige Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann warf gleich mit ihm hin.

Die neue Commerzbank-Führung steht vor harten Einschnitten: Seit Monaten wird intern über eine Verschärfung des Sparkurses diskutiert. Dort galt er als Spezialist für schwierige Missionen. Tatsächlich waren in einem steigenden Gesamtmarkt auch andere Bankaktien bei Anlegern heiß begehrt: Deutsche-Bank-Titel legten um 5,7 Prozent zu, die Papiere der Schweizer Credit Suisse um 3,8 Prozent und die Aktien der britischen HSBC gar um 8,6 Prozent. Knof sei bekannt für seine erfolgreichen Restrukturierung der Allianz Deutschland AG, deren Chef er vor seinem Wechsel zur Deutschen Bank war. Von 1000 Filialen könnten gerade einmal 200 übrig bleiben. Die Pandemie hat der Digitalisierung einen weiteren Schub gegeben.

Die Zahl der zuletzt knapp 40.000 Vollzeitstellen bei der Commerzbank könnte um bis zu ein Viertel gekappt werden. Analysten gehen davon aus, dass die Commerzbank erst 2022 wieder die Gewinnzone erreichen wird. Den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank blies der Commerzbank-Vorstand ab, weil sich die Preisvorstellung in Corona-Zeiten nicht durchsetzen ließ. Und: Statt einer internen Lösung mit Finanzvorständin Bettina Orlopp oder Firmenkundenvorstand Roland Boekhout hat Vetter sogar einen externen Kandidaten für die nicht einfache Aufgabe gewonnen - vorausgesetzt, die Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) stimmen noch zu.

In diesem Frühjahr zeigte der "Höllenhund" Cerberus Zähne: Die Commerzbank-Führung habe "über Jahre eklatant versagt", urteilte der Großaktionär und kritisierte "die unausgereiften und schlecht umgesetzten Bemühungen der Geschäftsführung, den Niedergang der Commerzbank zu verhindern". Wichtige Aktionäre wie der Bund, der seit einer milliardenschweren Rettungsaktion in der Finanzkrise gut 15 Prozent an der Commerzbank hält, und die Fondsgesellschaft Deka begrüßten die Berufung Knofs.

Zielke hatte eingeräumt, dass die im Herbst 2019 beschlossenen Maßnahmen nicht durchschlagend genug waren, um das Institut im Zinstief profitabler zu machen.

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