Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Noch einmal 4,8 Prozent mehr

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Die ersten bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben begonnen und Gütersloh ist heute (22.09.) ein Streik-Ort gewesen. Das bestätigt Verdi-Pressesprecherin Ute Fritzel auf Anfrage. Bereits für diesen Mittwoch sind weitere Ausstände in mehreren Bundesländern geplant. Details verrät sie zunächst nicht: Wann genau in Hessen mit Streiks gerechnet werden muss und ob auch Kitas betroffen sind, wollte Verdi zunächst nicht mitteilen.

Am Dienstag gab es unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein Aktionen vor städtischen Betrieben, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Das reichte Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke nach zweitätigem Austausch am vergangenen Wochenende in Potsdam nicht: Er bezeichnete die Verhandlungen im Nachgang als verplemperte Zeit. Nächste Woche werden die Warnstreiks deutlich ausgeweitet und auch den Raum Stuttgart erreichen. Angestellten von Bund und Kommunen erzwingen! "Geplant sind in den nächsten Tagen dezentrale Streiks unter Corona-Bedingungen", sagte Gewerkschaftssprecher Matthias Büschking. Bund und Kommunen hatten dort kein Angebot vorgelegt - Verdi und der Beamtenbund dbb, der mit verhandelt, hatten sich empört gezeigt.

"Die Arbeitgeber verweigern bundesweite Verhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Personennahverkehr, mit denen bessere Arbeitsbedingungen geschaffen werden sollen", sagte die Verdi-Vizechefin Christine Behle. "Das ist Taktiererei. Die Arbeitgeber versuchen, auf Zeit zu spielen", sagte Werneke.

Die Gewerkschaft verdi bestreikt mit den aktuellen Arbeitsniederlegungen ausgerechnet einige der Berufe, die vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie und des Lockdowns in Deutschland besonders viel Anerkennung aus der Bevölkerung erhalten haben. Beschäftigte von Kitas, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen im öffentlichen Dienst wollen ihre Arbeit niederlegen.

Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde für die 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Beim Uniklinikum Gießen und Marburg moniert Verdi "die stockenden Verhandlungen über eine neue Eingruppierung für die Beschäftigten". Für die Gewerkschaft ist das Verhalten der Arbeitgeber derzeit eine Beleidigung.

Verdi verschärft den Tarifkonflikt mit den Kommunen somit nach und nach statt auf einen Schlag.

Bisher gibt es keine Einigung bei Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst.

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