Ifo: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2020 weniger als erwartet

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Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts in diesem Jahr etwas weniger schrumpfen als bisher erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in diesem Jahr laut dem Institut um 5,2 Prozent schrumpfen.

Ein erneuter Shutdown hätte "das Potenzial eine zweite Rezession auszulösen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser zur deutschen Konjunkturprognose 2020.

Im Sommer waren sie noch von minus 6,7 Prozent ausgegangen, womit der bisherige Rekordrückgang aus der Finanzkrise 2009 von 5,7 Prozent übertroffen worden wäre. Dafür werde das Wachstum der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr geringer ausfallen: Das Institut rechnet nun mit 5,1 Prozent statt 6,4 Prozent.

Insgesamt ist der wirtschaftliche Ausblick laut Ifo-Institut aber noch "mit vielen Unwägbarkeiten verbunden". Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in eine tiefe Rezession gestürzt.

Zur verlangsamten Erholung trägt nach Ifo-Angaben vor allem bei, "dass das Angebot an Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit sozialen Konsumausgaben stehen, weiterhin beschränkt bleibt". Das niedrige Vorkrisenniveau (2,3 Millionen gleich 5,0 Prozent) wird also auch bis Ende 2022 nicht mehr erreicht. Im Jahr 2021 erwartet man ein Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent und im Jahr 2022 von 1,7 Prozent. "Der Absturz der deutschen Wirtschaft verläuft glimpflicher als gedacht", betonten die Ifo-Ökonomen nun.

Niemand weiß, wie die Corona-Pandemie weiter verläuft, ob es nicht doch noch einen harten Brexit gibt und ob die Handelskriege beigelegt werden. Daher überwiege die Gefahr, dass die Wirtschaftsentwicklung schlechter als erwartet verlaufe. Damit erhöht sich die Quote in diesem Jahr von 5,0 Prozent auf 5,9 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird von durchschnittlich 2,3 Millionen im vergangenen Jahr auf 2,7 Millionen im laufenden Jahr steigen. 2022 soll sie mit 2,5 Millionen über dem Vorkrisenniveau verharren. Im kommenden Jahr wird der Fehlbetrag noch 86,9 Milliarden erreichen, im übernächsten immerhin 68,4 Milliarden.

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