RKI: 2194 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

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Die Gesundheitsbehörden in Deutschland meldeten innerhalb eines Tages 2.194 neue Koronainfektionen, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Der bisherige Höhepunkt mit mehr als 6000 gemeldeten Neuansteckungen war Ende März und Anfang April erreicht. Im August waren schon einmal über 2000 Neuinfektionen gemeldet worden.

Bei der Entwicklung der Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sieht der Virologe Christian Drosten Unterschiede im Vergleich zum August. Bundesweit gibt es in verschiedenen Landkreisen Ausbrüche, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, u.a. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis oder auch, insbesondere bei Fällen unter jüngeren Personen, ausgehend von Reiserückkehrern. Die Schwankungen im August seien vor allem auf importierte Fälle aus dem Ausland zurückgegangen, die Infektionsketten seien in Deutschland abgerissen.

Der Harvard-Epidemiologe und Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, beobachtet das Infektionsgeschehen in Deutschland aufmerksam.

Diese Unterscheidung ist laut dem Virologen wichtig. Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien aber in Deutschland aufgetretene Infektionen und in erster Linie Hinweise auf unerkannte Cluster im Hintergrund - die dann in Deutschland liegen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,06 (Vortag: 1,00).

Drosten betonte, dass die Situation nicht mit der im März vergleichbar sei. "Das heißt, wir müssen uns darauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann wieder kontrollieren muss". Selbst wenn mehr als 6.000 neue Diagnosen pro Tag schnell gemeldet würden - wie dies Ende März / Anfang April der Fall war - wäre dies nicht dasselbe, wie viele weitere getestet wurden. Man müsse dann nicht wie im März einen "Lockdown" machen.

"Wir zählen viel empfindlicher", sagte Drosten.

Das Robert-Koch-Institut bestimmt als selbstständige Bundesbehörde für Infektionskrankheiten mit seinen Zahlen, Untersuchungen und den daraus gewonnen Erkenntnissen derzeit unser aller Leben.

"Auffällig ist, dass sich in den letzten Wochen vermehrt jüngere Personen infiziert haben, so dass die 7-Tage-Inzidenz in jüngeren Altersgruppen deutlich höher ist als in älteren Altersgruppen. Wir steigen jetzt wieder", sagte der Charité-Wissenschaftler in Berlin auf der Kommunikationskonferenz des Bundesverbandes der Kommunikatoren.

Beim Coronavirus sorgen die meisten Infizierten laut früheren Ausführungen von Drosten für relativ wenige Ansteckungen, während einzelne Infizierte - die sogenannten Superspreader - unter bestimmten Umständen sehr viele Folgefälle auslösten, beispielsweise in einem Cluster.

Aktuell sterben laut RKI immer weniger der gemeldeten Corona-Infizierten. "Während der Anteil der Infektionen im Ausland um über 50% in vergangenen vier Wochen gesunken ist (auf zuletzt 21%), sind die tatsächlichen Gesamtfallzahlen über diesen Zeitraum konstant geblieben", schreibt das RKI. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 263.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9371.

Außerdem verzeichnete das RKI am Donnerstag auch drei weitere Todesfälle.

Bis zum Morgen hatten etwa 237.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

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