Mögliche Kündigungen bei Opel: IG Metall fordert Vertragstreue

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Betriebsbedingte Kündigungen seien mit dem gültigen Zukunftstarifvertrag bis Mitte 2025 ausgeschlossen, hatte der Bezirkschef der IG Metall, Jörg Köhlinger, betont. Man erwarte von dem Unternehmen Vertragstreue.

Am Vortag hatte die Tochter des französischen PSA-Konzerns Entlassungen für den Fall ins Spiel gebracht, dass sich bei einem vereinbarten Freiwilligenprogramm bis Ende 2021 nicht die angestrebten 2100 Teilnehmer finden lassen. Wegen der geringen Akzeptanz der Mitarbeiter werden betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen.

"Nach der Ankündigung der Geschäftsführung, betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen zu wollen, gibt es große Verunsicherung in der Belegschaft", erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Bisher sei man weit entfernt von der erforderlichen Anzahl ausscheidender Beschäftigter. Betroffen ist demnach vor allem der Stammsitz in Rüsselsheim. "Darauf basierend würde auch die Umsetzung betriebsbedingter Kündigungen geprüft", erklärte der Sprecher. "Wenn das jetzt in Frage gestellt wird, ist das die Aufkündigung der Zusammenarbeit".

Angesichts der Entlassungsdrohungen beim Autobauer Opel pocht die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf die Einhaltung früherer Vereinbarungen. Die Beschäftigten hätten bis Ende des kommenden Jahres Zeit für ihre Entscheidung und es müsste zudem nicht zwingend die Maximalzahl von 2.100 Stellen abgebaut werden. Opel hatte seinen Mitarbeitern sozialverträgliche Alters- und Abfindungsprogramme angeboten. Nun sucht das Unternehmen nach Alternativen, verweist auf den hohen Druck durch die aktuelle Lage - und kündigt an, auch betriebsbedingte Kündigungen zu prüfen. Opel hat auch einen Standort in Kaiserslautern. "Wenn wir dieses Ziel nicht durch freiwillige Maßnahmen erreichen sollten, werden wir eine Überprüfung des Zukunftstarifvertrages vornehmen, insbesondere der Verpflichtung zur Beschäftigungssicherung", hieß es.

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