Biontech will Werk für Impfstoffproduktion übernehmen | Wirtschaft Überblick

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Eine erste Teilvereinbarung über den Kauf wurde am Donnerstag unterzeichnet, bis zum Jahresende soll die Übernahme komplett abgewickelt werden.

Marburg/Mainz. Der traditionsreiche Impfstoffstandort Marburg (Behring-Werke) könnte auch bei der Herstellung einer SARS-CoV-2-Vakzine eine Rolle spielen - je nach dem, wie erfolgreich die weitere Entwicklung des mRNA-Kandidatenportfolios von BioNTech und Pfizer vonstatten geht.

Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs will das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg übernehmen.

"Dieser Zukauf unterstreicht BioNTechs Engagement, die Produktionskapazitäten erheblich zu erweitern, um nach Marktzulassung eine weltweite Versorgung mit einem potentiellen Impfstoff zu ermöglichen". Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Das gab gestern bekannt, dass es ein Werk in Marburg gekauft hat. Sahin zeigt sich zuversichtlich, dass BNT162b2 ein wirksamer und auch sicherer Impfstoff sein wird. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III - mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit sowie möglicher Nebenwirkungen und der Bestimmung der geeigneten Dosis - war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

Wann kommt der Biontech-Impfstoff? Diese Folgen seien aber vorübergehend. Das diversifizierte Portfolio an onkologischen Produktkandidaten umfasst individualisierte Therapien sowie off-the-shelf-Medikamente auf mRNA-Basis, innovative chimäre Antigenrezeptor (CAR)-T-Zellen, bispezifische Checkpoint-Immunmodulatoren, zielgerichtete Krebsantikörper und Small Molecules.

Lieferverträge für den Erfolgsfall haben Biontech und Pfizer laut Sahin mit der EU, den USA, Japan und Großbritannien geschlossen. Es gebe Kontakte sowohl zur Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA als auch zur US-Arzneimittelbehörde FDA. BioNTech arbeitet Seite an Seite mit weltweit renommierten Kooperationspartnern aus der pharmazeutischen Industrie, darunter Genmab, Sanofi, Bayer Animal Health, Genentech (ein Unternehmen der Roche Gruppe), Regeneron, Genevant, Fosun Pharma und Pfizer. Außerdem liefen derzeit Gespräche mit verschiedenen Ländern, wie die Auslieferungen eines möglichen Impfstoffs mit jeweils eigenen Logistikkonzepten umgesetzt werden könnten, ergänzte Poetting. Mit beiden Unternehmen wurden die Verhandlungen über die Förderung nun abgeschlossen. Das dritte Unternehmen, das gefördert werden soll, ist die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau. "Der erwiesene Nutzen eines Impfstoffes muss deutlich höher sein als die möglichen Risiken".

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wird weltweit in rund 170 Projekten nach einem Impfstoff gesucht. In Russland wurde schon im August bereits vor Abschluss wichtiger Tests der erste Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben, was international kritisiert wurde.

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