Schweinegrippe: Neue Art mit Pandemiepotenzial in China entdeckt

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Forscher mehrerer chinesischer Universitäten und des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention hatten am Montag in der US-Fachzeitschrift "PNAS" vor einem neuen Schweinegrippe-Erreger mit Pandemie-Potenzial gewarnt.

Das neue Virus, genannt G4, stammt vom damaligen Erreger H1N1 ab. Die Studie basiert auf Daten, die die Forscher zwischen 2011 bis 2018 durch 30.000 Nasenabstriche von Schweinen in Schlachthöfen in zehn chinesischen Provinzen gesammelt haben.

Diese Eigenschaft des Virus könnte sich nun geändert haben, wie die Studie nahelegt. Ein Abo ist nicht nötig. Allerdings lag beim Schweinegrippe-Virus das durchschnittliche Alter der Verstorbenen nicht bei über 80, sondern bewegte sich um die 50.

Anschließend führten die Forscher unter anderem Experimente an Frettchen durch, auf sie wird in Grippestudien zurückgegriffen, weil sie ähnliche Symptome wie Menschen entwickeln.

Schanghai (Reuters) - Chinesische Wissenschaftler warnen vor einem neuen Grippevirus bei Schweinen. Dabei konnten sie 179 verschiedene Schweinegrippeviren isolieren. Ein weiteres Problem: Eine Immunität gegen anderen Grippe-Erreger bietet keinen Schutz gegen diesen Genotypen. Auch 4,4 Prozent der Bevölkerung seien bereits dem Virus ausgesetzt gewesen, zeigte ein Antikörpertest nach Angaben der Wissenschaftler.

Die Forscher haben die Sorge, dass sich das Virus besser an den Menschen anpassen und sich dann vermehrt ausbreiten könnte. Er fügte aber auch hinzu, dass wissenschaftliche Einrichtungen und Experten sich weiter mit der Erkrankung befassen, Warnungen herausgeben und zeitnah ihre Schlüsse ziehen würden.

Peking (China). Der H1N1-Virus hat im Jahr 2019 eine Pandemie ausgelöst, die zwischen 150.000 und 600.000 Todesfälle bei Menschen verursacht hat. Grundsätzlich gilt: Je stärker ein bekannter Virusstamm mutiert, umso größer sind die Gefahren einer neuen Pandemie, gegen die kein Impfstoff vorliegt.

Prof. Kin-Chow Chang, der an der Nottingham University in Großbritannien arbeitet, sagte gegenüber der "BBC": "Im Moment sind wir zu Recht vom Coronavirus abgelenkt". Dies hat jedoch bisher zu keiner neuen gefährlichen Grippewelle geführt.

Auf die Forschungsergebnisse angesprochen sagte der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian am Dienstag, China habe diese Entwicklung aufmerksam beobachtet und werde alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Aber: "Wir sollten ihn nicht ignorieren".

Infektionen von Mensch zu Mensch möglich?

Die Ergebnisse aus der Studie sind eine heilsame Erinnerung daran, dass Menschen ständig dem Risiko des erneuten Auftretens von derartigen Krankheitserregern ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen Menschen mehr Kontakt als mit Wildtieren haben, als Quelle für Pandemien fungieren können.

"Sars-CoV-2 ist ein völlig neuer Erreger für den Menschen".

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