NSU 2.0: Ehepaar aus Landshut laut Ermittlern "Trittbrettfahrer"

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Die "NSU 2.0"-Drohschreiben waren unter anderem an Politiker und eine Frankfurter Anwältin verschickt worden".

Allein seit einer Sitzung des hessischen Landtagsinnenausschusses am 21. Juli, bei dem die Abgeordneten über die Ermittlungen informiert wurden, habe es 14 weitere mit "NSU 2.0" gezeichnete Drohschreiben gegeben - und vier weitere, die den Verdächtigen aus Bayern zugeschrieben würden.

Ein Ehepaar aus Landshut, das in der Drohbrief-Affäre unter Verdacht geraten war, spielt laut Ermittlern eher eine Nebenrolle. Die beiden würden als "Trittbrettfahrer" eingeschätzt, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Michael Löer. "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass das Ermittlungsverfahren mit Priorität und Nachdruck betrieben wird", sagte sie im Ausschuss. Hörmann drückte den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Empfänger waren unterschiedliche Personen des öffentlichen Lebens, die meisten von ihnen Frauen. Hinzu kamen vier Schreiben, die ein ehemaliger bayerischer Polizeibeamter und seine Ehefrau verschickt hatten. Sie werden verdächtigt, mehrere Schreiben mit beleidigenden, volksverhetzenden und drohenden Inhalten an Bundestagsabgeordnete und verschiedene andere Adressaten verschickt zu haben.

Wie berichtet, hatte der Chef der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Albrecht Schreiber, in der Sitzung des Innenausschusses erklärt, dass man den Fall der Kabarettistin Idil Baydar im November 2019 übernommen, aber erst im Sommer 2020 den ersten Polizisten als Zeugen vernommen habe. In mehreren Fällen gingen den Schreiben mutmaßlich illegale Abfragen persönlicher Daten an hessischen Polizeicomputern voraus.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat weitere "NSU-2.0"-Mails bestätigt (Symbolbild)".

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