Anklage wegen Betrug: New York will Waffenlobby NRA auflösen lassen

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Die Tatsache, dass die US-Waffengesetze trotz unzähliger verheerender Tötungen bis heute so weit gefasst sind, ist nicht zuletzt dem großen Einfluss der NRB zu verdanken. Jetzt zielt ein Prozess auf die Zerschlagung wegen millionenschweren Betrugs.

Nach anderthalbjährigen Untersuchungen hat der US-Bundesstaat New York die Waffenlobbygruppe NRA verklagt und eine Auflösung der Organisation beantragt.

Es bestehe der Verdacht von Betrug und Missbrauch, erklärte Generalstaatsanwältin James in New York. Durch Verstöße der NRA gegen die eigene Satzung sowie die Gesetze des Bundes und des Bundesstaates seien innerhalb von drei Jahren mehr als 64 Millionen Dollar abgeflossen.

"Der Einfluss der NRA ist so mächtig gewesen, dass die Organisation jahrzehntelang nicht überprüft wurde, während hohe Vorstände Millionen in ihre eigenen Taschen leiteten", erklärte James.

Unter anderem sollen vier Führungspersönlichkeiten Gelder für Luxusreisen veruntreut und Aufträge an Familienmitglieder und Freunde vergeben haben. Organisationsleiter sollen private Reisen auf die Bahamas und teure Restaurantbesuche mit Mitteln der Organisation bezahlt haben.

Zur gleichen Zeit erhob der Generalstaatsanwalt von Washington DC Anklage gegen die NRA Foundation. Der langjährige Chef Wayne LaPierre wird beschuldigt, mit der NRA einen Vertrag abgeschlossen zu haben, der ihm bei seinem Ausscheiden 17 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) zusichert.

Die NRA ist als Non-Profit-Organisation gemeldet und unterliegt daher besonderen Auflagen für Spenden und Wohltätigkeit. Sie gilt als sehr konservative Organisation mit großem politischem Einfluss und als loyale Unterstützerin vor allem von Donald Trumps Republikanern. James ist Mitglied der Demokraten; Sie hatte bereits letztes Jahr eine Klage gehabt, die eine Trump-Stiftung aufgelöst hatte. Trump bezeichnete die Klage gegen die NRA am Donnerstag als "furchtbare Sache". Die NRA sollte ihren Sitz nach Texas verlegen und ein "langes und schönes Leben" führen, sagte er in Washington. Die NRA hat ihren Sitz in Fairfax im Bundesstaat Virginia und kann in New York rechtlich verfolgt werden, weil dort ihre Eintragung als gemeinnützige Organisation hinterlegt ist.

"Wir werden vor diesem Kampf nicht nur nicht zurückschrecken - wir werden uns ihm stellen und siegen", sagte die NRA-Präsidentin, Carolyn Meadows, in einer Erklärung.

James' Klage unterstreicht Vorwürfe, die die NRA und LaPierre seit Jahren belasten. Sie stemmt sich seit Jahrzehnten mit teilweise höchst umstrittenen Methoden gegen eine Verschärfung des US-Waffenrechts.

Die Organisation kommuniziert seit sieben Jahren, dass sie fünf Millionen Mitglieder habe, allerdings ist diese Zahl nicht extern bestätigt.

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