Libanon - Katastrophe in Beirut: Deutsche Diplomatin bei Explosion getötet

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"Unsere schlimmste Befürchtung hat sich bestätigt. Eine Angehörige unserer Botschaft in Beirut ist durch die Folgen der Explosion in ihrer Wohnung ums Leben gekommen", erklärte Außenminister Heiko Maas.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts seien in tiefer Trauer um die Kollegin.

Er habe den Angehörigen und der Belegschaft der Botschaft Beirut sein Beileid ausgesprochen, auch im Namen der Kolleginnen und Kollegen und der Bundesregierung. Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden mehr als 130 Menschen getötet, etwa 5000 wurden verletzt. Die genaue Ursache ist noch unklar. Sie steht nach unterschiedlichen Berichten in Verbindung mit großen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden sein sollen. Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus - so schickten mehrere Länder Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten. Am Mittwochabend traf eine Maschine mit Hilfsgütern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein. Dem Land fehlen unter anderem medizinische Güter. Unter den Trümmern werden weitere Vermisste vermutet. An Bord sind auch Ärzte und Gefahrgut-Fachleute der Organisation Isar Germany. Die Chemikalie wird vor allem als Düngemittel verwendet. "Nach Angaben der libanesischen Regierung wurde die Explosion vermutlich von ca". Ein Erkundungsteam soll Donnerstag in der teils zerstörten Stadt landen.

Nach seiner Darstellung begründete der Libanon damals seine Entscheidung mit fehlenden Dokumenten. Macron will nun nach eigenen Angaben eine "Botschaft der Brüderlichkeit und der Solidarität der Franzosen" überbringen.

Nachdem zwei Explosionen die libanesische Hauptstadt erschütterten, zeigt sich ein Bild der Zerstörung.

Der Libanon leidet seit Monaten ohnehin schon an einer schweren Wirtschaftskrise, die große Teile der Bevölkerung in die Armut getrieben hat. In den Onlinenetzwerken forderten viele Menschen den Rücktritt des gesamten Kabinetts. Sie forderte das Militär auf, die für die Lagerung des Ammoniumnitrats Verantwortlichen unter Hausarrest zu stellen. Die Ermittler wiesen auch auf Risse an den Wänden des Lagers hin, die einen Einbruch ermöglichten und empfahlen eine Renovierung des Lagers.

Im Juni 2019 leiteten die libanesischen Sicherheitsbehörden eine Untersuchung zur Fracht ein, nachdem wiederholt Informationen über üble Gerüche aus der Lagerhalle eingegangen waren. In ihrem Bericht heißt es, dass der Hangar "gefährliche Materialien enthält, die bewegt werden müssen". Dies geschah aber nicht. Auch sei die Korvette "Ludwigshafen am Rhein" von Limasol auf Zypern in Richtung Libanon entsandt worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit.

Aus den Golfstaaten, anderen Ländern der Region sowie Europa trafen erste Lieferungen unter anderem von Feldlazaretten und Medikamenten im Libanon ein. "Unsere Teams setzen die Such- und Rettungsaktivitäten in den umliegenden Gegenden fort".

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will an diesem Donnerstag bei einem kurzfristig angesetzten Besuch in Beirut mit führenden Politikern des Landes zusammenkommen.

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