Jens Spahn: Ab Samstag gilt Testpflicht für Reisende aus Risikoländern

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Bereits jetzt gibt es die Möglichkeit für alle Einreisenden, sich binnen 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland kostenlos testen zu lassen. Zuvor hatten nicht nur Politiker der Linken und der FDP, sondern auch aus der CDU gefordert, dass Urlauber die Kosten für ihre Tests selber übernehmen sollten. Laut Spahn ist das angesichts der gestiegenen Infektionszahlen ein zumutbarer Eingriff. In der EU hat das Robert-Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens als Risikogebiet ausgewiesen, ebenso mehrere europäische Staaten außerhalb der EU. Alternativ könne ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, "das nicht mehr als zwei Tage alt ist". Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Spahn sagte, mit der Testpflicht für Rückkehrer aus Gebieten mit hohen Fallzahlen wolle man "auf Nummer sicher" gehen. Jede bisher unentdeckte Infektion mache einen Unterschied, sagte Spahn.

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland wieder so schnell aus wie zuletzt vor drei Monaten.

Der Gesundheitsminister appellierte zudem erneut an die Bevölkerung, sich weiterhin an die Anti-Corona-Regeln zu halten. Wo das Virus eine Chance habe, breite es sich aus und nehme keine Rücksicht auf die Urlaubszeit, mahnte Spahn am Donnerstag in Berlin.

Zurzeit verzeichne man viele kleinere Ausbrüche etwa bei Familienfeiern oder am Arbeitsplatz. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte Spahn weiter. Deswegen bestehe die Gefahr, dass die Infektionszahlen weiter stiegen. Das würde das solidarische Krankenversicherungssystem infrage stellen. Man solle dies nicht zur sozialen Frage erklären. "Wir leben nicht in normalen Zeiten", so Spahn.

Die meisten Bürger unterstützten die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

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