Ford: Chef Jim Hackett tritt überraschend zurück

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Chefwechsel an der Konzernspitze von Ford - schon zum zweiten Mal in gut drei Jahren.

Jim Hackett (65), der den Umbau des Traditionsunternehmens 2017 einleitete und unlängst die Kooperation mit Volkswagen bei Elektroautos einging, geht in den Ruhestand.

Zum Nachfolger wurde mit Wirkung zum 1. Oktober Top-Manager Jim Farley (58) befördert, der sich derzeit im Vorstand um das Tagesgeschäft kümmert. Auch sein Vorgänger Mark Fields hatte den Spitzenposten nach nur rund drei Jahren schon wieder geräumt. "Der neue Ford-Chef Jim Farley war jahrelang für Europa zuständig und hat daher mehr Verständnis für den deutschen Automarkt", sagte der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der amerikanische Autoriese steckt in einem tiefgreifendem Umbau.

Farley tritt in einer schwierigen Zeit an die Konzernspitze, da Ford noch mitten in der Neuausrichtung steckt.

Der Personalwechsel zeigt, wie schwer Ford sich weiter mit dem Wandel der Autoindustrie vom klassischen Blechbiegen zu Zukunftstechnologien wie autonomem Fahren und Elektromobilität tut. Dadurch stieg der Wert der Firma, an der Ford und VW nun je 40 Prozent halten, auf 7,5 Milliarden Dollar. Im eigentlichen Autogeschäft schlugt die die Krise jedoch genauso zu Buche wie bei anderen Autobauern auch: Im zweiten Quartal wies Ford vergangenen Freitag einen bereinigten Betriebsverlust von 1,9 Milliarden Dollar aus. Das Unternehmen setzt beim Absatz auf Modelle wie den neu aufgelegten Bestseller F-150 und den SUV Ford Bronco.

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