Deutsche Forschungsgemeinschaft macht Dieter Nuhr ein Angebot

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Kabarettist Dieter Nuhr liegt mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Clinch.

Sehr umstrittene frühere Posts des Kabarettisten zum Coronavirusoder Aussagen zu Klimaaktivistin Greta Thunberg wurden als Indiz für Nuhrs "Nichtqualifikation als Werbeträger der Deutschen Forschungsgemeinschaft" herangezogen, wie es ein Twitter-User formuliert. Kurz darauf meldete sich jedenfalls Dieter Nuhr in einem Facebook-Post zu Wort. Da er sich "politisch kritisch gegenüber Linken und Rechten äußere", bekäme er negative Reaktionen durch "linke wie rechte Fanatiker". "Egal, was ich sage, sobald es im Netz öffentlich wird, gibt es organisierten Hass", vermutet der Kabarettist. Er begründete dies der Zeitung "Die Welt" gegenüber mit der Frage, warum nur seine Meinung, nicht aber die anderer an der Kampagne Beteiligter kommentiert werden solle. "Das ist nicht nur erstaunlich, sondern ängstigt mich, da ich inzwischen eine McCarthyartige Stimmung im Land wahrnehme und im Zuge der Cancel Culture auch die Freiheit des Denkens und der Forschung im Allgemeinen in Gefahr sehe".

Die DFG habe ihm mitgeteilt, sie müsse "der Kritik nachgeben", um "Schaden von der DFG abzuwenden", schilderte Nuhr. "Ich fürchte, der größere Schaden ist, wenn die Deutsche Forschungsgesellschaft sich daran beteiligt, kritische und keineswegs extremistische oder verschwörungstheoretische Stimmen mundtot zu machen". Auch habe er immer gesagt, dass ihm Fridays for Future im Grunde sympathisch sei. Wenn die Wissenschaft zum Erlösungsnarrativ erklärt werde, sei das das Gegenteil von Wissenschaft.

Die DFG entschuldigte sich daraufhin für das Entfernen des Audiobeitrags.

Man habe Nuhrs Statement, so die DFG, am 21. Juli aufgenommen und sich bei ihm bedankt. Den am 30. Juli von Dieter Nuhr veröffentlichten Beitrag hatte man bereits am 31. Juli wieder von der Kampagnen-Webseite entfernt, im direkten Zusammenhang mit einer "aggressiven Twitter-Diskussion" und "ohne weitere Erklärung und ohne vorherige Information an Herrn Nuhr", so die DFG. Nach eigenen Angaben erhielt die DFG auch Kritik "von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft". Am Freitag habe man sich schließlich entschieden, den Beitrag von der Seite und aus dem Youtube-Kanal zu nehmen. Auf dem Twitterkanal sei er hingegen nicht gelöscht worden. Deshalb wolle man eine "intensive Auseinandersetzung" mit der Debattenkultur rund um die Wissenschaft anstoßen. Ein Shitstorm gegen den Moderator der ARD-Sendung nuhr im Ersten war die Folge. Zu dieser Debatte Stellung zu beziehen sei nicht Ziel der DFG-Kampagne.

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