Einweihungsfeier in Genua: Die italienische Brücke

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43 Menschen starben. Viele Anwohner mussten ihre Wohnungen nahe der Brücke räumen.

Knapp zwei Jahre nach dem verheerenden Brückeneinsturz in Genua wird am Montag (18.30 Uhr MESZ) ein neues Autobahn-Viadukt eingeweiht.

Doch bei weitem nicht alle Italiener sind der Ansicht, dass mit der neuen Brücke die Probleme, die der Einsturz seinerzeit zutage förderte, beseitigt sind. "Aus einer Wunde, die nach wie vor nur schwer heilt, erhebt sich das Symbol eines neuen Italiens", schrieb Ministerpräsident Giuseppe Conte auf Facebook. Die italienische Staatsführung hatte die neue San-Giorgio-Brücke als Aufbruchssignal für das von der Corona-Krise schwer getroffene Land angekündigt. Dann wurde das Eröffnungsband der neuen San-Giorgio-Brücke durchschnitten. Die Kunstflugstaffel der Luftwaffe, die Frecce Tricolori, überflog den Ort und zeichnete Italiens Farben Grün-Weiß-Rot in den Himmel.

"Wir hoffen, dass auch nach diesem Tag das Andenken an die Opfer nicht vergessen wird", hatte Egle Possetti vom Angehörigen-Komitee im Fernsehsender Sky TG24 gesagt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der Schuld am Brückeneinsturz und möglicher Wartungsmängel laufen noch. Viele sprachen am Montag vom "Modell Genua". Selbst in der schlimmsten Phase der Corona-Pandemie gingen die Bauarbeiten in Genua voll weiter.

Schon wenige Wochen nach dem Kollaps hatte Stararchitekt Renzo Piano in seiner Heimatstadt erste Ideen für einen Neubau vorgestellt. "Bauen ist Magie, man sollte keine Mauern bauen, sondern Brücken", sie seien "eine Geste des Friedens".

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