Drei weitere Karstadt-Filialen können erhalten bleiben

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Aufatmen für Hunderte Mitarbeiter des Karstadt-Kaufhof-Konzerns in Berlin: Vier Warenhäuser müssen doch nicht schließen.

Zwei Filialen in Berlin sollen noch immer geschlossen werden, im Lindencenter und in den Gropius-Passagen.

Drei weitere Berliner Karstadt-Filialen können vor der Schließung bewahrt werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte mit, laut Vereinbarung blieben die Filialen Ringcenter, Müllerstraße im Wedding, am Tempelhofer Damm und in der Wilmersdorfer Straße geöffnet.

Kultursenator und Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) sagte bei der Unterzeichnung des Letter of Intent "Schönen Tag noch". Nach Verhandlungen mit den Vermietern und der Berliner Landesregierung geht es für die Karstadt-Warenhäuser an der Müllerstraße, der Wilmersdorfer Straße sowie am Tempelhofer Damm weiter.

In allen Fällen werde eine zehnjährige Standortsicherung angestrebt, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Der Betreiber Signa will in der Hauptstadt Millionen Euro investieren.

Wirtschaftssenatorin Pop sagte, man habe mit Vermietern und Betriebsräten gesprochen. "Es ist ein gutes Paket für Berlin". Die Standorte Kurfürstendamm, Hermannplatz und Alexanderplatz standen nicht zur Disposition.

Müller rechnet nicht mit "Meinungsumschwung" von Seiten von Karstadt. Dass die drei Bürgermeister hier stehen, sei "kein Zufall": "Wir stehen dazu, dass die Standorte sich entwickeln".

Die Landesebene werde jedoch laut Müller eine "steuernde Funktion" bei der Entwicklung des Hauses am Hermannplatz einnehmen.

Unterzeichnet wurde der Letter of Intent im Vorfeld von Signa-Vorstand Timo Herzberg, der auch das Karstadt-Bauprojekt am Hermannplatz betreut.

Der Generalbevollmächtigte von Galeria Karstadt Kaufhof, Arndt Geiwitz, betonte: "Jetzt ist es für uns wichtig, dass die beiden Vermieter zu ihren Zusagen stehen". Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem guten Signal für den Handel.

Erst am vergangenen Donnerstag haben mehrere hundert Beschäftigte in Berlin erneut gegen geplante Standortschließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof protestiert. Auch zuvor hatte es Berlin wiederholt Proteste gegeben.

Galeria Karstadt Kaufhof, in der Corona-Krise ins Schlingern geraten, wollte ursprünglich bundesweit 62 der gut 170 Kaufhäuser in Deutschland und bis zu 20 der 30 Sports-Filialen schließen. Zudem wurde das Vorhaben gestoppt, ein neues Karstadt-Warenhaus in Tegel zu eröffnen.

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