Coronakrise: BMW macht erstmals seit elf Jahren Verlust

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An roten Zahlen im Umfang von 212 Millionen im Quartal von April bis Juni ist auch der deutsche Premiumhersteller BMW nicht vorbeigekommen.

August 2020, 11.15 Uhr: Der bayerische Autobauer BMW rechnet für das laufende Jahr im Oberklasse-Segment mit einem drastischen Absatzeinbruch. "Wie erwartet haben die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im zweiten Quartal voll auf unser Geschäft durchgeschlagen", sagte Vorstandschef Oliver Zipse in München.

Für sich selbst geht die BMW Group im laufenden Jahr von einem "Absatz deutlich unter Vorjahr" aus. Im Juli lägen die Verkäufe dort "deutlich" über dem Vorjahr, betonte Zipse.

So wirke sich in Deutschland die Senkung der Mehrwertsteuer positiv aus. Bei den Elektro-Fahrzeugen lägen die Absatzzahlen um "mehr als 50 Prozent über Vorjahr", sagte Zipse.

"Bei der Elektrifizierung kommen wir bestens voran", sagte Zipse. Mit 21,7 Milliarden Euro Liquidität sei der Konzern aber sehr gut aufgestellt und habe genügend Reserven, sagte der Finanzchef. Damit lag BMW nochunterhalb der Analysten-Prognosen. Die Experten hatten im Schnitt lediglich einen Verlust von 410 Millionen Euro erwartet.

Ähnlich wie bei vielen anderen Autobauern standen auch bei BMW die Bänder im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie vorübergehend still. Auch die meisten Autohäuser mussten schließen. Die Corona-Krise trifft die gesamte Branche mit großer Wucht. Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust von 212 Millionen Euro.

Angesichts der Entwicklung suchen alle Hersteller jetzt fieberhaft nach Möglichkeiten, ihre Kosten zu senken. BMW will 6000 Stellen streichen. Zudem sollen die Investitionen in Sachanlagen um rund ein Drittel auf unter vier Milliarden Euro zurückgefahren werden.

Dagegen stiegen die Forschungs- und Entwicklungsleistungen im zweiten Quartal sogar leicht auf 1,5 Milliarden Euro, hier will BMW mit Blick auf die Zukunft auch nur mit Bedacht den Rotstift ansetzen.

Erstmeldung 4. August, 16.36 Uhr: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben auch den Münchner Autobauer BMW hart getroffen. Aufs erste Halbjahr gesehen stand BMW allerdings insgesamt etwas besser da: Während den Bayern noch 362 Millionen Euro Gewinn blieben, verzeichneten der Volkswagen-Konzern 1,0 Milliarde und der Daimler-Konzern 1,9 Milliarden Euro Verlust. In den vergangenen Jahren hat der Konzern zuverlässig Absatz, Umsatz und Ergebnis gesteigert und ein Rekordjahr nach dem anderen hingelegt.

Doch im Corona-Jahr 2020 ist alles anders.

Aber die Auftragslage gibt derzeit eben nicht mehr her.

Die Marke BMW lieferte im zweiten Quartal mit 430.344 Autos 23 Prozent weniger aus, inklusive der Kleinwagenmarke Mini und den Luxusautos von Rolls Royce stand ein Minus von einem Viertel zu Buche.

Wie ernst die Lage ist, dürfte sich am morgigen Mittwoch zeigen.

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