Boston: Anschlag auf Marathon: Todesurteil gegen Boston-Attentäter aufgehoben

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Nachdem ein US-Gericht das Todesurteil für den Terroristen Dschochar Zarnajew aufgehoben hat, beharrt der amerikanische Präsident Donald Trump auf die Todesstrafe für den 27-Jährigen, der 2013 zusammen mit seinem Bruder zwei Bomben beim Boston-Marathon gezündet hatte. Drei Menschen wurden bei dem schwersten Terroranschlag in Amerika seit dem 11. September 2001 getötet, mehrere der 264 Verletzten verloren Arme oder Beine. Selten habe jemand die Todesstrafe mehr verdient, schrieb Trump auf Twitter. Vier Jahre nach dem Aufsehen erregenden Prozess um den islamistischen Bombenanschlag auf den Marathonlauf in Boston 2013 hat ein US-Berufungsgericht das Todesurteil gegen den gebürtigen Tschetschenen aufgehoben. Es verwies den Fall an ein untergeordnetes Gericht zurück, um über ein neues Strafmaß zu entscheiden. Während der mehrtägigen Flucht kamen zudem ein Polizist und Tamerlan ums Leben. Selbst wenn dabei die Aufhebung des Todesurteils bestätigt werden sollte, würde Zarnajew zumindest zu lebenslanger Haft verurteilt werden, erklärte das Berufungsgericht. Dschochar Zarnajew wurde kurz nach dem Anschlag schwer verletzt gefasst.

Er sollte durch die Giftspritze sterben, doch ein Berufungsgericht hob das Todesurteil gegen den Boston-Bomber auf. Er gestand die Tat und sitzt heute in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Staat Colorado. Trump fordert, die Regierung müsse nun erneut die Todesstrafe in einer Neuauflage des ursprünglichen Prozesses beantragen.

Tsarnaev konnte zum Tode verurteilt werden, obwohl Massachusetts die Todesstrafe bereits in den frühen 1980er Jahren abgeschafft hatte, weil er nach Bundesrecht vor Gericht gestellt wurde. Zur Begründung hiess es, im Prozess sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen unvoreingenommen gegenüber Zarnajew seien.

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