Grenell-Nachfolger: Ex-Offizier Macgregor soll US-Botschafter werden

Einstellen Kommentar Drucken

Die Amerikaner könnten dann nicht als die ersten reagieren - das sei das grundlegende Nato-Problem in Osteuropa. Präsident Donald Trump plant, einen pensionierten Oberst als Nachfolger von Botschafter Richard Grenel zu ernennen, der im Juni zurückgetreten ist, sagte das Weiße Haus. Der enge Vertraute des US-Präsidenten wird Nachfolger von Richard Grenell, der im Juni von seinem Posten in Berlin zurücktrat. "Es ist Zeit, den Sieg zu erklären und nach Hause zu gehen".

Trump steht hinter ihm: Macgregor soll neuer Botschafter in Berlin werden.

Aussagen wie diese dürften seine erforderliche Bestätigung durch den Senat erschweren. Es ist völlig offen, wann eine entsprechende Anhörung dafür angesetzt werden könnte. Ob das noch vor der US-Präsidentenwahl in drei Monaten klappen wird, ist aber offen. Er sei zudem ein anerkannter Experte für militärische Planung und Strategie. Macgregor schlug vor, das zurzeit in Stuttgart ansässige US European Command und US Africa Command wieder zusammenzulegen und in die Einrichtungen in Virginia zu verlegen.

Die Ankündigung des Weißen Hauses fällt in die Woche, in der Einzelheiten der Truppenabzugspläne der USA für Deutschland bekanntgegeben werden sollen. Macgregor gilt als scharfer Kritiker der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. "Die Deutschen fühlen sich dank uns nicht verpflichtet, sich selbst zu verteidigen". Der amerikanische Präsident wirft der Bundesregierung regelmäßig zu niedrige Verteidigungsausgaben und unfaire Handelspraktiken vor.

US-Präsident Trump greift wieder auf die Experten-Riege des konservativen Nachrichten-Senders Fox News zurück, um einen Regierungsposten zu füllen.

"Die Europäer genießen dank den USA im Wesentlichen eine kostenlose Verteidigung", so Macgregor. Dazu hat Macgregor hat mehrere Bücher über Militärstrategie geschrieben. McGregor war unter anderem an der NATO-Luftoperation 1999 im Kosovo beteiligt. Für seinen Einsatz im Zweiten Golfkrieg sei er 1991 mit der Bronze Star Medal ausgezeichnet worden, heißt es auf der Webseite seiner Beratungsfirma, der Burke-Macgregor Group. Auch mit deutscher Militärgeschichte hat Macgregor sich ausführlich befasst: 1989 schrieb er das Buch "Die sowjetisch-ostdeutsche Militärallianz" über die Zusammenarbeit von Sowjetunion und DDR während des Kalten Krieges. Macgregor beklagte, dass an manchen Standorten zwei Zivilisten auf einen stationierten US-Soldaten kämen. Dabei hilft dem Isolationisten gewiss, dass er Deutschland gut kennt und die Sprache spricht. "Der Krieg ist vorbei, wir haben ihn verloren", sagte Macgregor gegenüber den "Fox News". Zwar ist Macgregor noch nicht auf Twitter und liefert keine tagtäglichen Statements zu den weltweiten politischen Prozessen. In einem Artikel zum Zustand der Nato schrieb der Oberst a.D.im März 2019: "Die Nato stirbt nicht. Sie ist ein Zombie". Die NATO werde seiner Ansicht nach nur noch immer wieder "reanimiert", normalerweise mit "Voodoozauber". "Auch Zombies sterben irgendwann", meinte Macgregor.

Ein pensionierter Armee-Oberst wird den Neocon Richard Grenell als Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland ersetzen. Als Botschafter in Berlin sah Grenell seine Aufgabe darin, die Politik Trumps in Deutschland und Europa offensiv zu vertreten - auf unkonventionelle, eher undiplomatische Weise. Aus Verärgerung über die aus seiner Sicht unzureichenden deutschen Militärausgaben drohte er, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen.

Comments