USA - Trump: "Niemand mag mich"

Einstellen Kommentar Drucken

Bitte geben Sie die E-Mail-Adresse an, mit der Sie Ihr Kleine Zeitung Konto erstellt haben.

Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet. "Niemand mag mich", sagte Trump, der bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in 15 Wochen wiedergewählt werden will.

Dort beklagte er sich über seine in der Corona-Krise gesunkenen Beliebtheitswerte. Außerdem beschwerte er sich darüber, dass sein Berater für den Umgang mit der Pandemie, der führende Seuchenexperte Anthony Fauci, populärer sei als er selbst. "Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen", vermutete der Präsident.

Trump und sein Umfeld hatten in den vergangenen Wochen wiederholt versucht, Fauci in Misskredit zu bringen und seine Glaubwürdigkeit zu untergraben. Trump Jr. habe ein Video mit irreführenden und falschen Aussagen über die Pandemie - anders als sein Vater - direkt auf seinem Profil gepostet, berichtete die "Washington Post". In den Umfragen zur Präsidentschaftswahl im November liegt Trump deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Binnen 24 Stunden gab es am Dienstag Daten der Universität Johns Hopkins zufolge rund 61.700 Neuinfektionen und etwa 1200 Tote. Wegen seines Umgangs mit der Pandemie steht der Präsident massiv in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die vom neuartigen Coronavirus ausgehende Bedrohung lange unterschätzt und kleingeredet zu haben. Erstmals empfahl er der Bevölkerung das Tragen eines Atemschutzes - nachdem er sich zuvor monatelang über den Gebrauch von Mund-Nase-Masken mokiert hatte.

Trump hatte am Montagabend eine Meldung weitergeleitet, die einen Link zu einem Video enthielt, in dem sich Ärzte über das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin unterhielten. Inzwischen ziehen viele Wissenschafter dies in Zweifel. Die US-Arzneimittelbehörde FDA zog im Juni eine Sondergenehmigung für Hydroxychloroquin zurück. Unter anderem retweetete Trump am Montag ein Video, in dem eine Dr. Stella Immanuel erklärte, erfolgreich 350 Corona-Patienten unter anderem mit Hydroxychloroquin behandelt zu haben. Die Onlinenetzwerke Twitter und Facebook löschten jedoch Botschaften des Präsidenten, in denen er Videobotschaften Immanuels und anderer Ärzte zum angeblichen Nutzen von Hydroxychloroquin im Kampf gegen die Pandemie weiterverbreitete. Auch vertrat sie die bizarre Theorie, die Welt werde von "reptilischen Geistern" beherrscht, die halb Menschen und halb Außerirdische seien. Fast 4,35 Millionen Infektions- und mehr als 149.000 Todesfälle wurden im Land bereits registriert.

Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Von dem rasanten Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen der USA betroffen.

Comments