Nervenkrieg in der Ukraine: Geiselnehmer nach Stunden festgenommen

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Bei der Geiselnahme in einem Linienbus in der westukrainischen Großstadt Luzk ist der schwer bewaffnete Täter nach stundenlangen Verhandlungen festgenommen worden.

Bislang habe lediglich ein Polizist Wasser für die Geiseln übergeben können, die in einem Bus eingesperrt seien, teilte Vize-Innenminister Anton Geraschtschenko am Dienstagabend mit.

Der Geiselnehmer habe unter anderem eine Granate aus dem Bus geschleudert, die jedoch nicht explodierte. Außerdem wurde eine Blendgranate gezündet. Präsident Wolodymyr Selenskyj soll zuvor persönlich mit dem Geiselnehmer gesprochen haben.

Der Mann war mit einem Sturmgewehr bewaffnet und zerschoss damit zwei Fenster des Busses. Bei der Vorbereitung der Geiselnahme soll er Komplizen gehabt haben: Die ukrainische Polizei gibt an, mehrere davon verhaftet zu haben, einen davon in der Stadt Charkow im Osten des Landes. Dem Mann drohen demnach bis zu 15 Jahre Haft.

Nach stundenlanger Gefangenschaft sind drei Menschen freigekommen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter soll der Mann in russischer Sprache Forderungen gestellt und vor versteckten Sprengsätzen in der Stadt gewarnt haben.

Ukrainische Medien berichteten, dass in dem Bus Schüsse zu hören waren. Die Bewohner des Stadtbezirks wurden aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Zudem soll der örtliche Busbahnhof wegen eines verdächtigen Gegenstandes geräumt worden sein. Der Geiselnehmer hatte gedroht, Sprengsätze an belebten Orten der Stadt aus der Ferne zünden zu wollen.

Das Geiseldrama um die Buspassagiere begann früh am Dienstag: Der Terrorist, vorläufig als Maksim Kriwosch, 44, identifiziert, stieg mit einer Waffe und Sprengkörpern ausgerüstet in das Fahrzeug ein.

Der Mann nahm am Dienstagmorgen die Passagiere des Überlandbusses als Geiseln. Er hatte ein Sturmgewehr, eine Pistole und Handgranaten bei sich.

Der Mann hatte zunächst nur drei Menschen, einen Jugendlichen und zwei Frauen, freigelassen. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst hingegen geht nur von zehn Geiseln aus.

Der BBC zufolge soll sich der Mann auf seinen Social-Media-Accounts kritisch über Politiker, die er als Terroristen bezeichnen haben soll, und das politische System im Allgemeinen ausgelassen haben. Innenminister Arsen Awakow reiste nach Angaben seines Ministeriums in die rund 400 Kilometer von Kiew entfernte Stadt. Zuvor war Präsident Wladimir Selenskij seiner ungewöhnlichen Forderung nachgekommen. Man wolle aber in jedem Fall Opfer vermeiden. Der Mann soll den Behörden bekannt sein. Während der mehrjährigen Gefängnisstrafen soll der 44-Jährige ein Buch mit dem Titel "Philosophie eines Verbrechers" geschrieben haben. Er sei zudem in psychiatrischer Behandlung gewesen, hieß es.

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