Irak bestätigt: Deutsche im Irak entführt

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In Bagdad ist eine Deutsche verschleppt worden. Laut irakischen Sicherheitskreisen ereignete sich die Entführung in der Nähe einer Polizeiwache in Bagdad, ohne dass die Polizisten eingegriffen hätten. Das irakische Innenministerium hat entsprechende Berichte von Aktivisten mittlerweile bestätigt. Innenminister Othman Al-Ghanmi habe "verstärkte Bemühungen bei der Suche" nach Mewis angeordnet, hieß es in Bagdad. Bewaffnete Männer hätten Mewis in ihre Gewalt gebracht. Ein Bekenntnis zur Entführung hat es zunächst nicht gegeben.

Der in Deutschland lebende irakische Schriftsteller Najem Wali beschrieb Mewis gegenüber dem Magazin "Spiegel" im Jahr 2017 als Frau, die entgegen irakischer Konventionen in Cafés geht, ihr Haar offen trägt und nur selten zum Kopftuch greift.

"Hellas Entführung ist ein menschliches Desaster", sagte ihre Freundin Sarsam. "Wir wissen nicht, wer sie entführt hat". Derzeit würden Aufzeichnungen von Überwachungskameras untersucht. "Ich habe vor einer Woche mit ihr telefoniert".

Vor zwei Wochen hatten Unbekannte in Bagdad den international anerkannten politischen Analysten Hischam al-Haschimi in der Nähe seiner Wohnung erschossen.

Bagdad/Berlin - Nach Angaben von Aktivisten haben Unbekannte in der irakischen Hauptstadt Bagdad die deutsche Kuratorin und Kulturvermittlerin Hella Mewis entführt.

Dies schrieb Ali al-Bajati, Mitglied der vom Parlament gewählten Menschenrechtskommission, am Montag bei Twitter. Sicherheitskräfte suchten nach der Frau, sagte ein Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bagdad. Das irakische Innenministerium hat die Entführung der deutschen Kuratorin und Kulturvermittlerin Hella Mewis in Bagdad bestätigt.

Mewis lebte seit einigen Jahren in Bagdad; in einem Video auf Twitter sagte sie, sie sei im Jahr 2010 zum ersten Mal in die irakische Hauptstadt gereist und habe sich gleich zu Hause gefühlt. In Abu Nawas liegt auch das Kulturinstitut Bait Tarkib, an dessen Aufbau Mewis arbeitete. Zeitweise arbeitete sie auch für das Goethe-Institut. In der Gegend unweit des Flusses Tigris liegen auch verschiedene Regierungsgebäude. Bait Tarkib - zu übersetzen etwa als "Haus der Installation" - wurde 2015 gegründet und will die Arbeit junger irakischer Künstler fördern. Das arabische Wort "tarkib" kann auch mit "Kombination" oder "Struktur" übersetzt werden. Viele irakische Künstler haben in ihrer Heimat einen schweren Stand und leben im Ausland. An der Uferstraße am Tigris habe sie 2016 eine Frauenfahrrad-Demonstration organisiert. Mewis habe Kontakte in die Politik und sei gut vernetzt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Nach dem Mord an Haschimi fiel der Verdacht auf die proiranische Miliz Kataib Hisbollah, die von dem Experten mehrfach kritisiert worden war. So nahm sie an Protesten teil, die sich im Herbst des vergangenen Jahres gegen Korruption und Misswirtschaft, gegen iranische Einflussnahme im Irak und die Machtaufteilung zwischen den religiösen Gruppen wandten.

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