Antwort auf Linken-Anfrage: Gabriel traf Tönnies mehrmals als Minister

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Gerhard Schröder, Ronald Pofalla, Sigmar Gabriel - viele Amtsträger sind nach ihrem Ausscheiden aus der Politik in die Wirtschaft gewechselt. Doch offenbar bestand schon Nähe, als Gabriel noch Wirtschafts- und Außenminister war. Die Zahl der Gespräche und deren Anlässe liefern möglicherweise eine weitere Erklärung für Gabriels jüngstes Engagement für die Tönnies Holding.

"Offenbar hatte Fleischbaron Tönnies schon zu Sigmar Gabriels Zeiten als Wirtschafts- und Außenminister einen äußerst privilegierten Zugang zum damaligen SPD-Vorsitzenden, den dieser sich im Nachhinein hat versilbern lassen", sagte der Linken-Abgeordnete Meiser dem "Spiegel".

Gabriel soll als Minister Tönnies bei Expansionsplänen unterstützt haben. Als Gabriel noch Bundeswirtschafts- und Außenminister war, gab es mehrere Treffen und Telefonate zwischen ihm und Tönnies - das hat das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Pascal Meiser beantwortet. Den Angaben zufolge ging es unter anderem um die Arbeitsbedingungen in der Fleischwirtschaft.

Das Ministerium weist in der Antwort darauf hin, dass es keine Verpflichtung zur Erfassung sämtlicher geführter Gespräche und Telefonate gebe und eine "solche umfassende Dokumentation" auch nicht durchgeführt worden sei. Treffen mit Unternehmern stehen regelmäßig auf dem Tagesplan eines Wirtschaftsministers. Vor gut zwei Wochen wurde bekannt, dass Gabriel zwischen März und Ende Mai 2020 für den umstrittenen Konzern als Berater tätig war.

Vor diesem Hintergrund erscheinen besonders zwei Kontakte zwischen Gabriel und Tönnies aus dem Jahr 2014 interessant. Und 2014 nahm Tönnies sogar an einem Abendessen mit dem damaligen serbischen Ministerpräsidenten teil. Als Wirtschaftsminister sei Gabriel gegen die schlechten Bedingungen für die Beschäftigten in der Fleischbranche vorgegangen. Die Unterstellungen seien ungeheuerlich. Das berichtet das ARD-Fernsehmagazin Panorama.

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