Angriff wegen Enthüllungsbuch: Pompeo bezichtigt Bolton als "Verräter" - Politik

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Doch innerlich dürfte ihn mächtig gewurmt haben, dass das Enthüllungsbuch seines Ex-Sicherheitsberaters John Bolton am Dienstag per Gerichtsverfügung wie geplant erscheinen darf. Unter anderem wirft Bolton dem Präsidenten vor, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping gebeten zu haben, Trumps Chancen auf eine Wiederwahl mit dem Aufkauf von US-Agrarprodukten auf die Sprünge zu helfen.

Bolton sagte dem Sender ABC in einem vorab in Auszügen ausgestrahlten Interview, Trump sei nicht für das Amt des Präsidenten geeignet.

Trump übte am Samstag erneut Kritik an Bolton.

Die Regierung wollte die für Dienstag geplante Veröffentlichung des Buchs "The Room Where It Happened: A White House Memoir" (etwa: Der Raum, in dem es geschah - Memoiren aus dem Weißen Haus) stoppen lassen, weil das Werk diverse Geheiminformationen enthalte, deren Veröffentlichung nicht von der Regierung genehmigt worden sei.

Auch das Verhalten Pompeos wird von Bolton kritisiert: Während eines Treffens mit Kim Jong Un 2018 habe der Außenminister Bolton einen Zettel zugesteckt, in dem Pompeo über Trump geschrieben hatte: "Der redet so viel Scheiße", wie es in dem Buch demnach heißt. Trump habe mehrfach strafrechtliche Ermittlungen zugunsten von "Diktatoren" unterbunden, etwa in Bezug auf China und die Türkei.

John Bolton war bis September 2019 Donald Trumps Nationaler Sicherhheitsberater. "Das Verhaltensmuster sah nach Behinderung der Justiz als Alltagsgeschäft aus, was wir nicht akzeptieren konnten", schrieb Bolton.

In von US-Medien veröffentlichten Auszügen erhebt der frühere Sicherheitsberater schwere Anschuldigungen gegen Trump. Trump fügte hinzu, Bolton mache sich im Fall einer Veröffentlichung strafbar. Bolton verbreite geheime Informationen und gefährde damit die nationale Sicherheit, hieß es zur Begründung. Der 71 Jahre alte Konservative hatte eineinhalb Jahre lang mit Trump zusammengearbeitet. "Viele Amerikaner sind nicht in der Lage, ihre Reisepässe innerhalb von vier Monaten zu erneuern". "Es ist sowohl traurig als auch gefährlich, dass John Boltons letzte öffentliche Rolle die eines Verräters ist, der Amerika Schaden zufügte", schrieb Pompeo am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Im Weißen Haus wurde mit aller Kraft versucht, eine Veröffentlichung zu verhindern - vor Gericht nun scheiterte dieser Versuch! Auch Trump hatte Bolton zuvor hart angegriffen.

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