Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Nach Ansicht der Experten des Gesundheitsministeriums und Spahn soll dies vermieden werden. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt vergleichsweise gering.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagt: "Der Ballermann soll kein zweites Ischgl werden". Laut Wieler können in Deutschland derzeit 1,1 Millionen Menschen pro Woche auf Corona getestet werden. "Wir sind noch mitten in der Pandemie", so Spahn am Montag in Berlin. "Der Schlüssel zur erfolgreichen Eindämmung der Epidemie in Deutschland sind im ersten Schritt weiterhin die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske)".

Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich besorgt über die Partys deutscher Touristen auf Mallorca gezeigt. Kaum einer trug eine Maske. "Wir müssen aufpassen, dass der Ballermann nicht zum zweiten Ischgl wird". Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als ein Ausgangspunkt für die Verbreitung von Sars-CoV-2 auch in Deutschland.

Wenn die Urlauber dann die Rückreise anträten, bestehe im Flieger und zu Hause ein Infektionsrisiko.

"Ich bin jetzt wirklich kein Spielverderber oder Spaßverderber oder Feierverächter - aber es ist halt grad nicht die Zeit dafür."

Spahn rief die Bevölkerung auf, gerade auch in Urlaubszeiten wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte von der Bundesregierung gemeinsam mit den spanischen Behörden "eine Kampagne gegen die Bildung eines möglichen Hotspots Mallorca".

Und auch die deutsche Politik appelliert an die Vernunft der Mallorca-Urlauber. Das zeigt laut Spahn, dass die Strategien gegen die Ausbreitung wirken. Man habe besser gelernt, mit dem Virus zu leben, und man wisse auch mehr über Coronavirus. Doch sei das Land gut gerüstet. Bei den Selbstständigen kam es seit Februar bei 22 Prozent zur Einstellung ihrer Tätigkeit, bei 39 Prozent zu Einschränkungen. Von den weiblichen Selbstständigen konnten nur 32 Prozent und von den alleinerziehenden Frauen unter den Selbstständigen sogar nur 15 Prozent unverändert weiterarbeiten. Zwei von drei Bundesbürgern haben die Sorge, sich selbst mit dem Virus zu infizieren. Auch bei den abhängig Beschäftigten, also den Arbeitern, Angestellten und Beamten, waren es mit 30 Prozent vor allem alleinerziehende Frauen, die sich beurlauben oder freistellen ließen, um ihre Kinder zu betreuen. Forsa befragte bundesweit im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums mehr als 30.000 Menschen.

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