Trump relativiert tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze

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Aber er ist trotzdem überzeugt davon, dass Polizeigewalt in den USA vor allem Weiße treffen würde. Doch haben Studien gezeigt, dass schwarze Amerikaner ein viel höheres Risiko tragen, von der Polizei getötet zu werden - auch wenn es rein zahlenmäßig mehr Weiße sind, die jedoch allerdings einen größeren Anteil an der US-Bevölkerung stellen.

"Was für eine schreckliche Frage!" Weiße sind dem US-Präsidenten zufolge die größere Opfergruppe.

Auch der Tod von George Floyd sei "schrecklich", erklärt der 74-Jährige.

Trump wurde schon mehrfach vorgeworfen, sich trotz der landesweiten Proteste nicht klar gegen systematischen Rassismus und Polizeigewalt in den USA zu positionieren, sondern das gegenteil zu tun. "Mehr weißen Menschen, übrigens". Das zeigt auch eine Auswertung der "Washington Post".

Die Empörung über exzessive Polizeigewalt gegen Schwarze hatte in den USA in den vergangenen Wochen neue hohe Wellen geschlagen, nachdem der Afroamerikaner George Floyd Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getötet worden war.

Eine Studie, die den Einsatz von tödlicher Gewalt von 2009 bis 2012 untersucht, kam etwa zum Schluss, dass die Opfer zwar mehrheitlich weiß (52 Prozent) waren.

Komplett Unrecht hat Donald Trump mit seiner Behauptung also nicht.

Wenn wir bei den Zahlen der Washington Post bleiben, dann stammen die 45 Prozent weißen Todesopfer bei Polizeieinsätzen aus der 60 Prozent großen Schicht an Weißen in den USA.

"Trumps Rassismus ist so absolut, dass er sich weiterhin weigert, auch nur eine stillschweigende Anerkennung der Epidemie der Polizeigewalt gegen schwarze Menschen in Amerika zu zeigen", rügte Robinson.

Es gibt in den Vereinigten Staaten keine landesweite amtliche Statistik zu Tötungen durch die Polizei. Deshalb fehlen hier offizielle und unabhängig aufgestellte Zahlenwerte, um das Problem zu belegen.

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