Oppenau: lange Suche nach bewaffnetem Mann im Schwarzwald

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Der Mann hatte am Sonntag vier Polizisten bei einer Kontrolle entwaffnet und war mit den Dienstwaffen ins Unterholz verschwunden. Die Polizei veröffentlichte eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Foto des Gesuchten. Dort wollten Polizei und Staatsanwaltschaft um 14 Uhr über die aktuelle Lage informieren.

Es könne derzeit nicht genau beurteilt werden, welche Gefahr von dem Mann ausgeht, hieß es seitens der Beamten.

Der Mann soll laut Fahndungsaufruf in Tarnmustern bekleidet und mit hoher Wahrscheinlichkeit bewaffnet sein. Bereits 2010 sei ihm untersagt worden, Waffen und Munition zu besitzen. Als die Polizisten ihn am Sonntag nach Zeugenhinweisen in einer Waldhütte kontrollierten, habe er an einem Tisch gesessen und einen entspannten Eindruck gemacht.

Behördenangaben zufolge war Yves Rausch schon mehrfach mit der Polizei in Konflikt geraten, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Der vorbestrafte Mann war am Sonntag nach einer Polizeikontrolle in den Wald geflohen. Der 31-jährige Deutsche wird als gefährlich eingestuft.

In der Nacht zuvor hatten Beamte ein Objekt in Offenburg überprüft. Um welche Art es sich handelte, teilte die Polizei am Dienstag zunächst nicht mit. Gefunden haben die Beamten dort jedoch nichts. Die Polizei setze die Suche nach ihm mit einem Großaufgebot fort, sagte eine Sprecherin.

In der Stadt Oppenau herrscht an diesem Morgen ein Ausnahmezustand: Die Kindergärten und Schulen bleiben geschlossen, auch das Freibad lässt an diesem Tag keine Besucher ein. Der Ort solle wieder zur Normalität zurückfinden, sagte Bürgermeister Uwe Gaiser am Montagabend. Mit der Polizei sei ein Sicherheitskonzept abgestimmt worden. Eltern durften selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollten oder nicht. Aktuell seien etwa 200 Polizisten im Einsatz; am Montag hätten sogar 440 Beamte das unwegsame, steile Waldgelände durchsucht und Oppenau gesichert.

Die großangelegte Fahndung nach dem Gesuchten dauert weiter an. Es geht dabei um besonders schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit dem unerlaubtem Führen einer Schusswaffe.

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei die Suche nach einem 31-Jährigen fortgesetzt. 2010 war der Mann wegen gefährlicher Körperverletzung bereits zu dreieinhalb Jahren Jugendarrest verurteil worden, wie die Staatswanwaltschaft dem SWR bestätigt. Er hatte im Jahr zuvor mit einer Sportarmbrust auf seine Ex-Freundin geschossen und diese schwer verletzt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Pforzheim sagte. Der 31-Jährige hat bereits zahlreiche Einträge im Strafregister - unter anderem wegen Kinderpornografie, einem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, Diebstahl und einem Totschlagsdelikt. Das teilte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag mit. Wer Hinweise über den derzeitigen Aufenthalt des 31-Jährigen geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter der Notrufnummer 110 zu melden.

Die Ermittlungsbehörden haben bislang keine Hinweise auf einen rechtsradikalen Hintergrund. Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Hundestaffeln sind im Einsatz. Die Einsatzkräfte sind weiterhin im Einsatz und die Deutsche Flugsicherung hat mit sofortiger Wirkung ein Durchflugverbot erteilt. Dieses Verbot umfasste auch das Aufsteigen lassen von Drohnen.

Zwei Tage, nachdem ein Mann im Schwarzwald vier Polizisten bedrohte und entwaffnete, fehlt von ihm weiter jede Spur.

Die Polizei richtet sich jedoch auf eine längere Suche ein.

In seiner letzten festen Wohnung soll sich der Mann heimlich einen Schießstand eingerichtet haben. Er soll außerdem einen Kinnbart und eine Teilglatze tragen.

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