Corona Risikogebiet: Reisewarnung für Luxemburg ausgesprochen

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Saarbrücken/Luxemburg - Jetzt rät auch die saarländische Landesregierung von unnötigen Reisen nach Luxemburg ab. Das Robert Koch-Institut warnt vor einem erhöhtem Risiko einer Corona-Infektion. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsident Malu Dreyer warnt davor, die Grenze zu schließen.

Wegen einer erhöhten Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen in Luxemburg hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das Nachbarland ausgesprochen. Das Großherzogtum habe kumulativ die Neuinfiziertenzahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten. Auch Gebiete in Spanien sind von der Reisewarnung des Auswärtigen Amts betroffen. Diese Regelung betrifft nun auch Reisende aus Luxemburg, nachdem das deutsche Robert-Koch-Institut das Großherzogtum wegen der steigenden Neuinfektionen auf ihre rote Liste gesetzt hat. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt laut RKI nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch Innenministerium, Auswärtigem Amt sowie Gesundheitsministerium. Auch für Rheinland-Pfalz gelten Sonderregelungen: Wer keinen negativen Coronatest hat, der jünger als zwei Tage ist, muss ebenfalls in Quarantäne. Ansonsten müssen sie sich zunächst für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Menschen, die aus einem Corona-Risikogebiet ins Saarland reisen, müssen während 14 Tagen in Quarantäne. Auch Berufspendler dürfen weiter über die Grenze zu ihren Arbeitsplätzen, wenn dies notwendig ist.

Einreise Zwischen Luxemburg und Deutschland finden keine Grenzkontrollen statt. Für den Fall ansteigender Covid-19-Zahlen hatte sich Bundesinnenminister Horst Seehofer gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen "nicht die besten Erfahrungen gemacht", sagte er am Montag im Innenausschuss des Europaparlaments. Für sie alle sei es sehr wichtig, dass die Grenzen frei passiert werden können, erklärte sie in Mainz. Die Mitte Mai beendeten Maßnahmen hatten in der Grenzregion massiven Unmut ausgelöst.

Aktuell gibt es in Luxemburg mehr als 600 Infizierte und damit fast dreimal so viele offiziell bestätigte Fälle wie etwa im wesentlich größeren, benachbarten Rheinland-Pfalz. Pendlern empfehlt die Regierung, sich regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen.

Der Landrat des rheinland-pfälzischen Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), lobte die Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Gesundheitsbehörden. Zuletzt seien auch verstärkt Corona-Fälle bei Grenzpendlern gemeldet worden.

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