Trump trägt Maske - Rekord an Neuinfektionen in den USA

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Aufnahmen des US-Präsidenten mit Mund-Nasen-Schutz haben Seltenheitswert.

Findet beim US-Präsidenten angesichts der immer noch stark steigenden Infektionszahlen in den USA ein Umdenken statt?

Da werden sich viele die Augen gerieben haben: US-Präsident Donald Trump hat sich erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mit einer Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit gezeigt. Er trug bei einem Termin im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe Washington einen schwarzen Mund-Nasen-Schutz. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA erreichte derweil einen neuen Höchststand. Der 74-Jährige, der sich in der Klinik mit verwundeten Veteranen traf, ging schweigend an den wartenden Reporterinnen und Reportern auf dem Krankenhausflur vorbei. "Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür." .

Dies sei unter anderem bei Besuchen im Krankenhaus der Fall, wenn er sich mit Patienten treffe, die gerade erst operiert worden seien.

Trump sagte vor Journalisten auf dem Rasen des Weißen Hauses vor dem kurzen Hubschrauberflug nach Bethesda auf eine entsprechende Frage: "Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen". Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) von gestern lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66.627.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscherinnen und Forscher der JHU insgesamt mehr als 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Ob Trump nun auch bei anderen Auftritten regelmäßig eine Maske tragen wird, blieb offen.

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Mehr als 134.000 Menschen starben. Doch seine Kritiker warfen ihm empört vor: Sein Auftreten ohne Maske sei ein katastrophales Vorbild in der anhaltenden Pandemie.

Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet - darunter Florida und Kalifornien.

Gouverneur Ron De Santis - der wie Trump der Republikanischen Partei angehört - wies Vorwürfe zurück, er habe die Schutzmaßnahmen in Florida voreilig wieder gelockert. "Der Magic Kingdom-Park und der Disney's Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet", hieß es auf der Webseite des Freizeitparks nahe Orlando.

Ob ihm diese Nachricht aus der vergangenen Woche wohl zu denken gegeben hat? Eine zunächst für den 17. Juli angekündigte Wiedereröffnung des Vergnügungsparks musste pandemiebedingt wieder abgesagt werden. Die Schließungen aufgrund der Corona-Pandemie im März haben bereits Kosten in Milliardenhöhe verursacht. Präsident Trump reagiert mit beißendem Spott.

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