Projekt "Mose": Top oder Flop? Venedig testet Flutschutz

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Es soll die Unesco-Stadt künftig vor Hochwasser schützen: Eine skandalumwobene Flutschutzanlage feiert nun Premiere.

Venedig. Es ist eines der meistgehassten und meist-herbeigesehnten Projekte in Venedig. Doch die Angst vor einem Flop ist groß.

In Venedig steht heute am Freitag, den 10.07.2020, ein entscheidender Test der umstrittenen Anlage für Hochwasserschutz "Mose" an.

Nach einem Knopfdruck von Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte richteten sich zum ersten Mal an allen drei Einfahrten der Lagune von Venedig druckluftgefüllte Metallschachteln auf: Die Lagune war durch diesen schwimmenden Deich erstmals komplett vom offenen Meer abgeschlossen. "Lasst uns alle auf das Ziel konzentrieren: Wir sollten alle hoffen, dass es funktioniert".

Bürokratie, Korruptionsskandale und unterschiedliche politische und wirtschaftliche Interessen hatten das Milliarden-Projekt immer wieder verzögert. Sechs Milliarden Euro soll die Anlage laut der italienischen Regierung kosten. Aber schon im kommenden Herbst sollte es helfen, das Hochwasser zurückzuhalten, sagte Conte.

Erst im November vergangen Jahres wurde Venedig von einer schlimmen Überschwemmung heimgesucht, die an der Rekordmarke von 1966 kratze. Danach hatten Politiker versprochen, dass "Mose" nun wirklich schnell fertig werde.

Umweltorganisationen zweifeln außerdem am Nutzen des Projekts. Am Freitag wurde das Projekt "Mose" erfolgreich getestet.

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