Covid-19 - Fauci: Einige Bundesstaaten haben Beschränkungen zu früh gelockert

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"In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im Wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh", sagte Fauci dem Podcast "FiveThirtyEight", der am Donnerstag veröffentlicht wurde. So habe zum Beispiel Florida Richtlinien außer Acht gelassen habe. Mit Blick auf das unterschiedliche Vorgehen gegen das Virus in einigen Bundesstaaten meinte er, die USA gäben verglichen mit anderen Staaten momentan kein gutes Bild ab.

US-Präsident Donald Trump spielt die Krise weiter hinunter.

In den USA ist die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus abermals auf ein neues Rekordhoch angeschwollen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorging. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Mehr als 133 000 Menschen starben an oder mit dem Virus. Einigen Politikern in den Vereinigten Staaten, allen voran Präsident Trump und einigen Gouverneuren, wurde mehrfach vorgeworfen, in der Pandemie Entscheidungen unter politischen und nicht gesundheitlichen Gesichtspunkten zu treffen. "Fauci ist ein netter Mann, aber er hat viele Fehler gemacht", polterte er im Interview mit einem seiner Lieblings-Fernsehmoderatoren, Sean Hannity, auf dem Sender Fox. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte er.

Fauci bezeichnete das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit als "schlimmsten Alptraum". Die gegenwärtige Lage sei "wirklich nicht gut" und erfordere "sofortiges" Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci am Montag in einem Live-Chat.

Die Zahl der Neuinfektionen ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen stetig angestiegen. Die USA hätten es nach der ersten Zuspitzung der Pandemie im März nie geschafft, weniger als 20 000 Neuinfektionen pro Tag zu erreichen. Trotzdem hätten südliche Bundesstaaten ihre Beschränkungen schnell gelockert, sagte Fauci. Er betonte, die klinischen Studien für die Erprobung möglicher Impfstoffe machten gute Fortschritte. Seit einer Woche melden US-Behörden im Schnitt fast 50.000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien.

Eine der großen Herausforderungen des Coronavirus sei es, dass es viele Infizierte gebe, die den Erreger weiter verbreiteten, selbst jedoch keine Symptome zeigten, erklärte Fauci. Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter.

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