Angehörige gedenken 25 Jahre nach Massaker von Srebrenica den Opfern - Politik

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Bundespräsident Steinmeier sagte in seiner Videobotschaft, das Erinnern an Leid und Schmerz sei ein zentraler Baustein für Versöhnung. Die Gräueltat gilt als erster Völkermord auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Am 11. Juli 1995 war Srebrenica in serbische Hände gefallen. Neun weitere, erst kürzlich identifizierte Opfer wurden auf dem Friedhof der Gedenkstätte für den Genozid beigesetzt.

Gegen Ende des Bosnien-Kriegs waren im Juli 1995 bosnisch-serbische Milizen in Srebrenica einmarschiert und hatten dort binnen weniger Tage 8.000 muslimische Männer und Jungen getötet.

Auch ihre vier Schwestern hätten bei dem Massaker ihre Männer verloren, sagte Hasanovics 48-jährige Witwe Ifeta. Zwei Jahre alt war Hasanovic, als sein Vater "in den Wald ging und nie wieder zurückkehrte". Das Massaker von Srebrenica habe sich als das dunkelste Kapitel der Kriege auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

Dodik ließ diesen Bericht als Präsident der Republika Srpska für ungültig erklären. Spitzenpolitiker im serbischen Landesteil von Bosnien leugnen den Genozid bis heute.

Steinmeier betonte, dass die Wunden, die vor 25 Jahren in der Gesellschaft gerissen wurden, nicht verheilt seien.

Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und der bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic wurden wegen ihrer Verantwortung für das Massaker von Srebrenica vom UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag des Völkermords schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der bosnische Groß-Mufti Husein Kavazovic warb für Verständigung auf Grundlage einer Aufarbeitung der Vergangenheit.

Am Freitag sagte das muslimische Mitglied der gemeinsamen Präsidentschaft Bosniens, Sefik Dzaferovic: "Wir werden unermüdlich auf der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Notwendigkeit bestehen, alle vor Gericht zu stellen, die dieses Verbrechen begangen haben".

Jahrestag des Massakers von Srebrenica zu Dialog und Versöhnung aufgerufen. Es gelte, das Gespräch zu suchen, "wo lange kein Wort mehr gesagt wurde". "Dafür ist auch eine immer wiederkehrende Rhetorik verantwortlich, die das vermeintlich Trennende in den Vordergrund stellt, wo doch die Gemeinsamkeiten, die geteilten Sorgen und Nöte, der Wunsch nach einer guten Zukunft für die Kinder in einem europäischen Bosnien und Herzegowina überwiegen sollten", sagte er.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nutzte den Jahrestag des Massakers, um vor gefährlichem Nationalismus zu warnen. Maas betonte mit Blick auf die Gegenwart, nationalistischen Tendenzen, "wo immer sie uns begegnen, müssen wir entschieden entgegen treten". Ein Verbrechen wie in Srebrenica dürfe nie wieder passieren.

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