Vermögen: Reiche immer mehr und immer reicher

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In Deutschland stieg die Zahl der vermögenden Privatanleger um 8,6 Prozent auf 1,47 Millionen. Wie sich Corona auswirkt, ist unklar.

Die Corona-Pandemie sorgt für die schwerste globale Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Ob der Boom in diesem Jahr so weitergeht, ist aber unsicher.

Goldbarren in unterschiedlicher Größe liegen bei einem Goldhändler in einem Tresor.

Die Reichen und Superreichen haben vor der Coronakrise trotz Konjunktureintrübung und internationaler Handelskonflikte weltweit mehr Vermögen angehäuft. Sie profitierten insbesondere von gestiegenen Aktienkursen und Immobilienpreisen. Vor allem gestiegene Aktienkurse trieben das Vermögen der Dollar-Millionäre 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent auf insgesamt 74 Billionen US-Dollar (65,58 Billionen Euro).

Zugleich gewann der Klub der Reichen mehr Mitglieder. Welche Folgen die Corona-Krise zeitigt, werde man abwarten müssen: "Die Ungewissheit ist groß", sagt Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer lakonisch. Rund um den Globus gab es den Angaben zufolge 19,6 Millionen Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügten. Deren Zahl stieg damit um 8,8 Prozent gegenüber 2018.

Laut BGC-Untersuchung halten Dollar-Millionäre weltweit mehr als die Hälfte des gesamten Finanzvermögens aus Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds. Auch weltweit hat die Zahl der Dollar Millionäre um fast 9 Prozent zugenommen.

Hände wühlen in einer Kiste mit Zwei-Euromünzen im Bayerischen Hauptmünzamt.

Capgemini berücksichtigt bei dem jährlich erstellten "World Wealth Report" Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative Investments, Bargeld sowie Immobilien, sofern sie nicht selbst genutzt werden. Zum Vergleich: Das Geldvermögen aller privaten deutschen Haushalte summierte sich Ende 2019 nach Angaben der Bundesbank auf rund 6,46 Billionen Euro. Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge besaßen in Deutschland die reichsten zehn Prozent zuletzt mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent).

Leute, die in den eigenen vier Wänden wohnen, profitieren auf jeden Fall vom Immobilienboom - ihr Vermögen wuchs besonders kräftig. Ihr Vermögen legte um 8,8 Prozent zu. Die ärmere Hälfte hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

Capgemini zufolge zählt Deutschland demnach weiterhin zu den Ländern mit den meisten Dollar-Millionären. An der Spitze stehen die USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China.

Im Rahmen des Capgemini 2020 Global HNW Insights Survey wurden mehr als.500 sogenannte High Net Worth Individuals (HNWI) in 21 wichtigen Vermögensmärkten in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und in der Region Asien-Pazifik befragt.

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