Daimler-Chef Ola Källenius muss sich auf Hauptversammlung wütenden Anlegern stellen

Einstellen Kommentar Drucken

Man sei derzeit in konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. "Deswegen müssen wir noch zusätzliche Anstrengungen unternehmen", sagte Källenius, blieb konkrete Details vor allem zu einem möglichen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen allerdings schuldig.

Konzernchef Källenius hatte schon mehrfach angedeutet, dass die im vergangenen Herbst vorgelegten Sparpläne nicht ausreichen dürften. Daimler bekräftigte, im zweiten Quartal werde es einen bereinigten operativen Verlust und auch ein Mittelabfluss im Industriegeschäft geben. Im ersten Quartal war der Autobauer daran noch knapp vorbeigeschrammt.

Im November hatte der neue Daimler-Chef Pläne vorgestellt, nach denen von 2020 bis 2022 mehr als eineinhalb Milliarden Euro eingespart werden sollten.

Der PKW-Absatz von Mercedes-Benz war nach Konzernangaben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um knapp 19 Prozent gesunken auf rund 870.000 Fahrzeuge.

"Das sind fast 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum". Demnach lagen im Juni die Pkw-Auslieferungen an die Endkunden wieder leicht über dem Vorjahresniveau. "Im zweiten Quartal hat Mercedes-Benz bereits wieder etwas Boden gutgemacht", betonte Källenius.

Daimler-Konzernzentrale
Kehraus bei Daimler Mehr als 10.000 Stellen sollen auf jeden Fall wegfallen Investitionen gekappt und Prioritäten neu sortiert werden

Die Verkaufszahl von Mercedes-Benz und Smart sank im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 462.000 Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahresquartal - in China stieg er um ein Fünftel auf gut 207.000. "Wir sind vorsichtig optimistisch, dass andere Märkte an diese Entwicklung Schritt für Schritt anknüpfen", sagte Källenius.

In China hatte die Corona-Pandemie das Wirtschaftsleben zuerst lahmgelegt, bevor sie auf Europa und Nordamerika übergriff. "Nahezu alle unsere Händler weltweit haben wieder geöffnet", berichtete Källenius.

Entsprechend geht Daimler zuversichtlicher in den Rest des Jahres.

Noch schwerer von der Pandemie sowie von einem ohnehin schwächeren Marktumfeld getroffen wurde die Lkw-Sparte von Daimler. "Die Entwicklung der Auftragseingänge war in den letzten Wochen aber in fast all unseren Kernmärkten wieder positiv", sagte Källenius.

Comments